Predigttext
"Aber" zählt nicht mehr

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 Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben.
1. Mose 18, Vers 14

In unseren eingetrübten Advents-tagen überrascht uns ein frohes Lachen. Sara ist es, die da lacht. Sie und ihr Mann Abraham sollen Eltern eines Sohnes werden. Abraham soll Stammvater vieler Könige und Völker werden. Und das im hochbetagten Alter! Vollkommen ausgeschlossen. Abraham und Sara laden die drei Boten Gottes freundlich zu Tisch, aber die Botschaft fassen können sie nicht. „Aber ich bin zu alt! Aber das geht doch nicht! Aber das ist doch zu spät!“
Der Glaube an das Aber ist unser häufigster Aberglaube: Aber bei mir funktioniert das nicht! Aber bei uns geht das immer schief! Aber ich krieg nie was ab! Es gibt wohl einen Ausweg, aber leider nicht für mich. Klar lohnt es sich zu hoffen auf Wunder, auf neue Erfahrungen, auf neue Chancen, trotz alledem, na klar! Aber nicht für mich!
Grund zum Lachen haben Menschen insbesondere dann, wenn sich solch ein Aber in Luft auflöst. Lachen wird ausgelöst durch eine Kontrasterfahrung. Etwas passt nicht zusammen, ist nicht zu fassen. Meine Erwartung wird übertroffen, eine schon abgeschriebene Zusage trifft ein, eine Mauer, die hundert Jahre stehen sollte, zerbröselt, ein unerwarteter Gewinn bringt mich aus der Fassung. Ich lache, weil sich mein „Aber“-Glaube wieder einmal als haltlos erwiesen hat.
Sara und Abraham lachen dem ewigen Gott ins Gesicht, weil er sämtliche Aber zunichtemachen kann und zu absolut verrückten Taten fähig ist. Er macht Greise zu Eltern, wird als Mensch geboren, erweckt Tote zum Leben, erhebt Niedrige und lässt Reiche leer ausgehen. Er kann Leben entstehen lassen, wo es nach menschlichem Ermessen nicht entstehen kann, sogar aus dem Tod.
Wir stehen auch in diesem denkwürdigen Jahr wieder an der Krippe und staunen über dieses unfassbare Geschenk an uns, die Geburt des Gottessohnes. Mag das „Jauchzet, frohlocket“ in diesen Tagen allenfalls leise erklingen, manch Leid unser Herz beschweren, das Singen nur ein Summen sein – das große Aber, das Gott in unser Dunkel spricht, birgt Licht und Leben.
Darum sehen wir das Kind mit Freuden an und lachen ihm in sein liebes Gesicht, mit Sara und Abraham und mit Maria und Josef und all den andern, die unter seinem Stern ihr Glück gefunden haben. 

Sebastian Neuß, Superintendent des Kirchenkreises Jena

Sebastian Neuß, Superintendent des Kirchenkreises Jena
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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