20 Jahre Wiedereröffnung gefeiert
Kleine Idylle auf Zeit
- Das Ev. Freizeitheim Reinsfeld (Nr. 23 auf der Karte) feierte sein 20-jähriges Jubiläum.
- Foto: Grafik: G+H
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Zwischen Arnstadt und Ilmenau, am nördlichen Rand des Thüringer Waldes, liegt Reinsfeld (Kirchenkreis Gotha). In dem 160-Seelen-Ort steht ein 200 Jahre altes Pfarrhaus mit einer besonderen Geschichte.
Von Beatrix Heinrichs
Begonnen hatte sie 1975, als Familien aus den Erfurter Kirchgemeinden Andreas, Martini-Luther und Gispersleben Ausschau hielten nach einem geeigneten Objekt für gemeinsame Wochenend- und Feriengestaltung – und das Reinsfelder Pfarrhaus fanden.
Das nahezu verfallene Kleinod in unmittelbarer Nähe zur Kirche schien wie geschaffen, Plattenbaukindern und deren Eltern "eine kleine Idylle auf Zeit" zu gewähren, wie Ilona Schiller erklärt. In diesem Hause habe von Anfang an "ein besonderer Geist“ geweht, zitiert die Vorstandsvorsitzende des Trägervereins den damaligen Pfarrer Bernd Winkelmann.
Mit einem LKW voller Möbel und Baumaterial sei man seinerzeit angerückt und habe begonnen, das Haus zu entrümpeln und zu einem Rüstzeitheim auszubauen.
Anfang der 2000er-Jahre dann sollte das Gebäude einer erneuten "Frischzellenkur" unterzogen werden. Eigens dafür hatte sich im April 2004 der Verein „Evangelisches Freizeitheim Reinsfeld“ gegründet, der heute Träger des Hauses ist. Neben den 19 privaten Mitgliedern gehören der Kirchenkreis Erfurt, die Offene Arbeit Erfurt, die Erfurter Kirchengemeinden Gispersleben, Martini-Luther und Walschleben, Pax Christi Erding und die Gruppe "Gewaltlos Leben" zum Verein.
Die Nebengebäude und das Heim wurden saniert und im Sommer 2006 feierlich wiedereröffnet. 2009 wurde die zudem eine Photovoltaikanlage angeschlossen. "Die Auswahl der verwendeten Baustoffe und die Photovoltaikanlage sind Ausdruck unseres ökologischen Engagements und ein Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung", so Ilona Schiller.
Mit dem Umbau hätten sich die Bedingungen für die Gäste des Hauses erheblich verbessert, erklärt die Vereinsvorsitzende. In neun Zimmern stehen nun 30 Betten zur Verfügung. Auf jeder Etage gibt es sanitäre Einrichtungen. Die große Küche ist für die Selbstversorgung komplett ausgestattet. Zudem gibt es einen großen Garten mit Baumhaus. Heute wird das Selbstversorgerhaus vor allem von Familien, Bildungseinrichtungen, Vereinen und Kommunen genutzt und gemeinnützig und weitestgehend ehrenamtlich betrieben. "Wir verstehen unser Heim als ein Haus der Begegnung auch über Generationen hinweg", sagt Ilona Schiller.
Autor:Beatrix Heinrichs |
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