Projekt zu Hans Sachs
Impulse für die Theologie
- Foto: pixabay/SabFrei
- hochgeladen von Online-Redaktion
Richard Wagner setzte ihm mit der Oper «Meistersinger» ein musikalisches Denkmal. Dabei schrieb der Dichter und Dramatiker Hans Sachs selbst mehr als 200 Theaterstücke. In einem Forschungsvorhaben soll nun dazu eine Neu-Edition erarbeitet werden.
Siegen/Marburg (epd). Die Universitäten Siegen und Marburg richten eine neue, standortübergreifende Forschungsstelle zum Werk des Dichters Hans Sachs (1494-1576) ein. Geplant ist eine Neuedition seines Theaterwerks, wie die Universität Siegen am Dienstag mitteilte. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördere das Vorhaben mit 2,6 Millionen Euro.
Am 19. Januar jährte sich der Todestag von Hans Sachs zum 450. Mal. Mehr als 6.200 Texte habe der Nürnberger Schuhmachermeister und Dichter hinterlassen, darunter über 200 Theaterstücke, sagte der Co-Leiter des Hochschulprojekts und Siegener Professor Hans Rudolf Velten. Ein Großteil davon sei noch gar nicht erforscht. «Heute kennen die meisten Menschen Hans Sachs nur noch aus der Wagner-Oper 'Die Meistersinger von Nürnberg' und weniger über seine eigenen Werke», erklärte der Literaturwissenschaftler.
Mit der Grundlagenforschung solle Sachs' literarische Bedeutung wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Die Beschäftigung mit dem Dichter biete wichtige Impulse für die Germanistik, aber auch für Geschichte, Theologie und Wissensgeschichte, betonte Velten. «Hans Sachs war ein politischer Mensch. Er stellte sich schon früh auf die Seite der Reformation und schrieb neben Martin Luther das beste Deutsch seiner Zeit.» Gleichzeitig sei er ein Kenner der literarischen Szene in Europa des 16. Jahrhunderts gewesen.
Das Projekt hat demnach eine Laufzeit von siebeneinhalb Jahren. Die DFG-Fördersumme fließt zu gleichen Teilen an die beiden Hochschulstandorte.
Autor:Online-Redaktion |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.