Menschen der Woche
Heribert Prantl: Sonntag ist eine «große gemeinsame Pause»

Heribert Prantl
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Für Heribert Prantl ist ein freier Sonntag eine «große gemeinsame Pause». Ohne einen arbeitsfreien Sonntag bräuchten die Menschen nach Ansicht des Juristen «sehr viel mehr Therapeuten». Denn das «legitimierte Innehalten» tue den Menschen gut, und «Unrast mache krank», sagte der Autor der «Süddeutschen Zeitung». Daher sei es wichtig, dass die Gesellschaft den freien Sonntag zur Grundtaktung des Lebens bewahre. Unersetzlich, dass er ein Tag der Synchronisation der Gesellschaft sei. Werde daraus ein individuell gleitender Tag, verschwinde ein Fixpunkt der Woche.

Die brandenburgische FDP-Vorsitzende Linda Teuteberg vertritt künftig die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in der bundesweiten EKD-Synode. Auch nach der Corona-Krise sollte die Republik noch als offene Gesellschaft erkennbar sein, forderte die 39-Jährige. Ihrer Ansicht nach sei das Virus vor allem eine Zumutung für die Demokratie und gerade keine „demokratische“ Zumutung, wie Angela Merkel im August 2020 äußerte. Auch ihr fehle der persönliche Austausch, den digitale Formate nicht ersetzen könnten. "Manchen wird jetzt erst bewusst, wie wichtig Öffentlichkeit für die Demokratie ist", so Teuteberg.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey hat seine Kritik an der Rolle der Kirchen in der Pandemie bekräftigt. Es komme ihm so vor, "als sei mit dieser Krise das Fach Religion durch das Fach Ethik ersetzt worden", sagte Frey im Podcast der Katholischen Akademie im Bistum Dresden-Meißen. Als katholischer Christ bedauere er, dass "die Töne der Kirchen nicht mehr gehört wurden". Frey räumte ein, das Gute an dieser Zeit sei, dass man sich als Christ jenseits von Gottesdiensten habe selbst organisieren müssen.

Aus Sicht von Petra Bahr kann die Umnutzung von Kirchen eine Chance sein. «Kirchenräume haben sich immer verändert und wurden neu erfunden», so die Regionalbischöfin Hannovers. Entscheidend sei, dass die Botschaft erkennbar bleibe, die mit diesen «Gottesräumen» verbunden sei. Europaweit müssen Gemeinden ihre Kirchen als sakrales Gebäude aufgeben, weil Mitgliederzahlen und finanzielle Ressourcen zurückgehen.

Heribert Prantl
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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