Geschichtsfälschung
Gedenkstätten kritisieren gefälschte Posts auf Social Media

Foto: epd-bild/Paul-Philipp Braun

In einem offenen Brief an die Betreiber von Social-Media-Plattformen fordern die Gedenkstätten in Deutschland, erfundene Inhalte zur NS-Zeit von den Seiten zu nehmen. Geschichte werde verfälscht, um Werbeeinnahmen zu erzielen.

Weimar/Hadamar (epd). Mehr als 30 Gedenkstätten, Stiftungen und Initiativen in Deutschland wehren sich gegen erfundene, KI-generierte Inhalte zum Nationalsozialismus auf Social-Media-Plattformen. Die Postings würden die Arbeit von Gedenkstätten, Archiven und Forschungseinrichtungen entwerten und ihre Glaubwürdigkeit untergraben, heißt es in einem offenen Brief an die Plattformbetreiber.

Die Unterzeichner des Briefes, wie etwa die Gedenkstätten Buchenwald, Bergen-Belsen, Dachau und Ravensbrück, fordern die Plattformbetreiber auf, gegen die geschichtsverfälschenden KI-Inhalte vorzugehen, auch ohne Meldungen von Nutzern abzuwarten. Auch sollten Konten, die solche Inhalte verbreiten, „von allen Monetarisierungsprogrammen“ ausgeschlossen werden.

Die AI-Slop genannten Inhalte zeigen demnach vermeintliche Situationen in NS-Lagern oder bei deren Befreiung. Es kursierten etwa Bilder, die ein angebliches Wiedersehen zwischen Gefangenen und Befreiern zeigen oder erfundene Szenen weinender Kinder hinter Stacheldraht.

Die gefälschten Posts versuchten, „die emotionale Wucht des Holocaust“ zu nutzen, um mit wenig Aufwand große Reichweite und damit Werbeeinnahmen zu erzielen, kritisieren die Gedenkstätten. Auch würden gezielt historische Fakten verwässert und revisionistische Narrative verbreitet.

Nach Aussage des pädagogischen Mitarbeiters der Gedenkstätte Hadamar in Mittelhessen, Arne Jost, tauchen die erfundenen Postings seit dem Herbst 2025 vermehrt auf. Fast alle Unterzeichner des Briefes hätten innerhalb kürzester Zeit Beispiele für ihre Einrichtungen gefunden.

Autor:

Online-Redaktion

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