Herrnhut: Neue Dauerausstellung
Fenster zur Welt
- Die Ausstellung „gemeinsam glauben leben“ lädt ein, Geschichte, Glauben und weltweite Verbundenheit der Brüdergemeine neu zu entdecken.
- Foto: Agentur Ungestalt
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In Herrnhut ist ein Welterbe-Informationspunkt im Kirchensaal der Evangelischen Brüdergemeine eröffnet worden.
Von Andreas Herrmann
Hier ist auch die neue Dauerausstellung „gemeinsam glauben leben“ zu sehen, die dazu einlädt, Geschichte, Glauben und weltweite Verbundenheit der Brüdergemeine neu zu entdecken.
Herrnhut lebe den gemeinsamen Glauben seit fast 300 Jahren – sichtbar in Architektur, Musik, Kultur und in einer weltweiten Gemeinschaft, erklärte Erdmute Frank, Gästepfarrerin der Brüdergemeine. Welterbe sei nicht nur Auszeichnung, sondern auch Auftrag: den Glauben zu bewahren, ihn zu teilen und in die Gegenwart hinein zu übersetzen.
Die Ausstellung wurde gemeinsam mit der Leipziger Designagentur „ungestalt“ entwickelt. Sie richtet sich bewusst an ein internationales Publikum, ist zweisprachig und in einfacher Sprache gehalten. Gezeigt wird Geschichte und Leben der Brüdergemeine in rund 50 Ländern. Bilder, Musik und Filme machen diese Vielfalt erfahrbar. Auch die Schattenseiten der Geschichte werden benannt – von der Verstrickung in die Sklaverei bis zur Zeit des Nationalsozialismus. Andrea Kretschmar, Leiterin des Vorsteheramtes der Brüdergemeine in Herrnhut, sprach von einem „Fenster zur Welt“.
Die Unesco hatte die „Siedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine“ 2024 als kulturelles Erbe anerkannt. Zur transnationalen Welterbestätte gehören neben Herrnhut als Gründungsort der Evangelischen Brüder-Unität auch Christiansfeld in Dänemark, Bethlehem in den USA und Gracehill in Nordirland. Die Stätten zeichnen sich durch einheitlichen Städtebau und schlichte Architektur aus, die die Ideale der Religionsgemeinschaft widerspiegeln.
Die Stadt Herrnhut im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien ist Stammsitz der 1722 gegründeten evangelischen Freikirche. Bekannt ist sie unter anderem durch den Herrnhuter Weihnachtsstern. Weltweit entstanden mehr als 30 Siedlungen durch die Missionstätigkeit der Herrnhuter Brüdergemeine. Gegründet wurde Herrnhut von protestantischen Glaubensflüchtlingen aus Mähren, die vor der römisch-katholischen Gegenreformation nach Sachsen geflüchtet waren. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700–1760) bot ihnen auf seinem Landbesitz Asyl. Dort gründeten sie die Herrnhuter Brüdergemeine.
Autor:Online-Redaktion |
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