Weimarer Anna Amalia Bibliothek
Etwa 80 Prozent der Aschebücher restauriert
- Teil einer gewaltigen Aufgabe: Eine Mitarbeiterin der Papierwerkstatt der Anna Amalia Bibliothek bereitet die Seiten für den Wässerungsvorgang vor. In der Werkstatt werden mehr als 1,5 Millionen Buchseiten und Tausende Dokumente restauriert.
- Foto: epd-bild/Paul-Philipp Braun
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Die bisherige Finanzierung der Arbeit in der bundesweit einzigen Restaurierungswerkstatt für brandgeschädigtes Schriftgut in Weimar ist nur noch bis 2028 gesichert. Experten beraten am Freitag in Weimar, wie es danach weitergehen kann.
Weimar (epd). Etwa 80 Prozent der restaurierbaren Aschebücher des Brands in der Anna Amalia Bibliothek im September 2004 sind inzwischen gerettet. Es fehlten noch rund 300.000 Blatt, sagte Bibliotheksdirektor Reinhard Laube. Die Finanzierung des Projektes und der Werkstatt durch öffentliche Mittel und Spenden laufe bis einschließlich 2028.
Mittels eines in Weimar entwickelten Spezialverfahrens werden die teilweise verkohlten Bücher Blatt für Blatt gesäubert und an den Randbereichen nahtlos neues Papier angefasert. So entstehen laut Laube aus den angekohlten Überresten wieder Bücher in zwar schmucklosen grauen Einbänden, die aber weiterhin in die Hand genommen, digitalisiert und gelesen werden können.
Nachfrage nach dieser Technik sei in anderen Bibliotheken und Einrichtungen vorhanden. Das gelte auch mit Blick auf Katastrophen und Kriege, sagte Laube. So würden in der Ukraine ungezählte historische Buch- und Bibliotheksbestände durch russischen Beschuss regelmäßig schwer beschädigt. Ein Kolloquium Ende März in Weimar soll daher Möglichkeiten ausloten, wie die Weimarer Restaurierungswerkstatt nachgenutzt werden könne, wenn die derzeitige Finanzierung für diese Einrichtung ausläuft.
Die Ergebnisse dieses Expertentreffens wird der Astrophysiker Harald Lesch in Weimar vorstellen. Im Rahmen eines öffentlichen Gesprächs wird er diskutieren, wie Kulturinstitutionen, Wissenschaft und Gesellschaft enger zusammenarbeiten können, um schriftliches Kulturerbe nachhaltig in einem Verbund zu sichern.
Autor:Online-Redaktion |
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