Iran-Krieg
Sprache soll Gegner einschüchtern
- Suche Frieden und jage ihm nach! (Psalm 34,15): Die Skulptur "Non Violence" von Carl Fredrik Reuterswärd gilt weltweit als Symbol für Gewaltslosigkeit. Sie steht vor dem Hauptquartier der UN in New York.
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Der Name der US-Militäroperation «Epic Fury» soll ein Signal der Entschlossenheit und Einschüchterung sein, sagt Henning Lobin. Der Mannheimer Sprachforscher erklärt, wie Sprache die Wahrnehmung des Krieges beeinflusst.
Mannheim (epd). Nach Ansicht des Mannheimer Sprachforschers Henning Lobin haben die USA eine lange Tradition, militärisches Handeln auch sprachlich zu prägen. Wenn sie den Krieg gegen den Iran als Operation «Epic Fury» (Epische Wut) bezeichneten, solle dies Entschlossenheit signalisieren und auf den Gegner einschüchternd wirken, sagte der Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache. Zudem solle dies auch die Wahrnehmung durch die eigene Bevölkerung positiv beeinflussen.
Bemerkenswert sei, dass im politischen Raum sonst keinesfalls von Wut, Kampf oder Gewalt geredet werde, sagte Lobin. Vielmehr würden Begriffe wie Operation, Maßnahme, Aktion, Sicherung, Initiative oder Befreiung verwendet. Diese sollen das Geschehen «fast schon verharmlosen und kriegerische Handlungen wie einen Verwaltungsvorgang erscheinen lassen».
Framing beeinflusst Wahrnehmung des Krieges
Die Sprache beeinflusse die Wahrnehmung, auch im Krieg. In der Sprachwissenschaft werde dies als «Framing» bezeichnet. «Den Mechanismus des Framings setzen wir immer dann ein, wenn wir in sehr knapper Form bestimmte Aussagen, Positionen oder Haltungen transportieren wollen», sagte Lobin. Ein Beispiel dafür sei das Wort Wut. Der Begriff sei mit einem bestimmten hochemotionalen Verhalten verbunden, vielleicht sogar mit Unkontrolliertheit, das aber auch ein Ende habe und dann zu einer neuen Situation führe.
Obwohl Israel im Krieg gegen den Iran von der Operation «Roaring Lion» (Brüllender Löwe) spricht und sich damit auf die Tora bezieht, die wichtigste Schrift des Judentums, sieht Lobin darin keine religiöse Rechtfertigung des Kriegs. Jedes Land habe seine eigene kulturhistorische Prägung durch Geschichte, Kunstwerke und auch durch Religion. In Israel sei dies durch den Bezug zur Tora gegeben. Die darin vorkommenden Geschichten und Figuren bildeten die kulturelle Basis für solche Anspielungen, die deshalb leicht zugeordnet und mit Sinn aufgeladen werden könnten.
Autor:Online-Redaktion |
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