Landessynode in Anhalt
Neue Strategie wird beraten

Der Tagungsort der Landessynode, das Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georgen in Dessau | Foto: Landeskirche Anhalts
  • Der Tagungsort der Landessynode, das Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georgen in Dessau
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Präses Andreas Köhn hat die Synodalen der Landeskirche Anhalts für den 21. und 22. November zur mittlerweile 6. Tagung der 25. Legislatur der Landessynode ins Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georg in Dessau-Roßlau eingeladen.

Von Uwe Kraus

Die Synode wird sich mit den Berichten des Landeskirchenrates ebenso befassen wie mit dem Haushalt. Es wird laut dem Präsidium der Synode Raum geben für Fragen zur Friedensethik, für Debatten über Feindesliebe und Wehrhaftigkeit, aber auch über den Umgang mit Extremismus.

Große Erwartungen setzen die 33 von den Ältesten der Kirchenkreise gewählten sowie sechs von der Kirchenleitung berufenen Synodalen und zwei Jugendsynodalen in die in den vergangenen Monaten erarbeitete „Strategie Anhalt 2035“. Kirchenpräsident Karsten Wolkenhauer, der der mit rund 24 000 Mitgliedern in fünf Kirchenkreisen kleinsten evangelischen Landeskirche vorsteht, sieht diesen Status als Chance. Die Herbstsynode ist die erste, die Wolkenhauer in Anhalt erlebt. Er sieht sich gut aufgenommen in einem wundervollen Team von Mitarbeitern, die teilweise seit 40 Jahren im Dessauer Kirchenamt arbeiten. Ein „Anhalt 2035-Ausschuss“ hat darüber diskutiert, wo die kleiner werdende Landeskirche in zehn Jahren stehen wird. Es könnten zur Synode „große Meilensteine" gesetzt werden. Das erarbeitete Papier werde nach den Worten einiger Synodalen durchaus für heiße Diskussionen sorgen. Der Kirchenpräsident selbst sagte in einem Radio-Interview: „Darauf bin ich wahnsinnig gespannt“. Ihm war es wichtig, sich beim Start in Dessau um das Kirchenamt zu kümmern, das nun so arbeiten kann, dass er selbst und seinen Mitstreiter zur Arbeit an einen "wunderbaren, fröhlichen Ort" kommen.

Dass die Landeskirche jedes Jahr rund fünf Prozent ihrer Mitglieder verliert, sei nicht der Unzufriedenheit mit der Kirche anzulasten, sondern dem hohen Altersdurchschnitt geschuldet. Zudem fehle historisch bedingt eine ganze Generation von Gottesdienstbesuchern. Es müsse verstärkt darüber nachgedacht werden, wie gerade junge Leute kirchliche Angebote für sich finden können. Die vier evangelischen Grundschulen könnten zu einem Jungbrunnen werden. Haupt- und Ehrenamt werden in der Zukunft ganz neue Verbindungen eingehen. Die Studienbewerber für Theologie brechen ein, die Engagierten in den Gemeinden werden älter und immer wieder mit neuen Aufgaben betraut. Die Kirchenleitung spüre von den verbliebenen Freiwilligen den Druck, unbedingt die Strukturen zu ändern, damit man sich nicht in einer Vielzahl von Sitzungen nur mit sich selbst befasst. Der Kirchenpräsident stellt fest, es sei schon so viel „angedacht“ worden, die Problembeschreibungen lägen meterhoch auf dem Tisch. „Wir haben kein Erkenntnisproblem, aber an der Umsetzung, da könnte man noch was machen.“

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Uwe Kraus

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