Reformationsjubiläum
Die Welt zu Gast - und nun?

Es ist wieder Ruhe eingekehrt: Nach dem turbulenten Reformationsjahr zeugen in Wittenberg die herausgeputzten Fassaden und Parks noch vom Großereignis.
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  • Foto: Thomas Klitzsch
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Die ereignisreichen Tage beim Reformationsjubiläum und was davon bleibt.

Von Sibylle Sterzik

Torsten Zugehör ist seit 5. Juli 2015 parteiloser Oberbürgermeister der Lutherstadt Wittenberg. In den Wahlkampf zog er mit dem Slogan »Da kannste nich meckern«. Mit Erfolg. Den hatte er auch 2017.
Vor dem Reformationsjubiläum warb er für das Großereignis und versuchte, unter den Wittenbergern Ängste und Sorgen zu zerstreuen, vor dem, was da an Massentourismus auf sie zukommen würde. Die meckerten nämlich, auch über das viele Geld, das in Schlosskirche und Jubiläum gesteckt wurde und woanders fehlte, wie sie meinten, etwa bei der ­Jugend.
Zugehör übernahm die Schirmherrschaft für die Quartierkampagne des Reformationsjubiläumsvereins »r2017« für das Festwochenende im Mai 2017 und ging mit gutem Beispiel voran. Schon damals sagte er, es gelte, das Reformationsjubiläum 2017 als »Schwung« zu nutzen für die Entwicklung der Stadt danach: Wittenberg als Bildungsstandort ausbauen, mehr Kontakte nach Übersee knüpfen, ein besseres Tagungsmanagement auflegen, aber vor allem angesichts der sinkenden Bevölkerungszahlen den Schulbereich stärken durch gemeindeübergreifende Grundschulen.
Nicht alles ließ sich umsetzen. Doch Wittenberg meisterte das
Großevent, nahm Besucher gastfreundlich auf, beherbergte unzählige Jugendliche. Gäste aus aller Welt kehrten in der Stadt ein.
Inzwischen ist die Reformationsjubiläumskulisse abgebaut, die Choräle sind verklungen, die Zelte der Konfis verstaut, die Reformationsausstellung geschlossen. Torsten Zugehör bekam für sein Engagement während des 500. Reformationsjubiläums bei der Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im November 2017 in Bonn ein Hildesheimer Versöhnungskreuz überreicht.
Das Reformationsjubiläum habe bleibende Spuren hinterlassen, in der Geschichte und in Biografien von Menschen, resümierte kürzlich Heinrich Bedford-Strohm. Nicht nur Schlosskirche und Museen erstrahlten in neuem Glanz. Die Lutherdekade habe Rückenwind gebracht, den Menschen das Evangelium nahe zu bringen, sagte der Ratsvorsitzende der EKD bei ­einer Veranstaltung zum 2009 geschlossenen Rahmenvertrag von Stadt, Land und Kirche zur Vorbereitung des Jubiläums im Wittenberger Augusteum. Das Schlosskirchenensemble ist saniert, die Kirche vom Land an die EKD übergegangen, die Reformationsgeschichtliche Forschungs­bibliothek im Schloss Wittenberg gegründet und für Nutzer geöffnet. Dass die Ökumene neuen Schwung bekommen habe, findet Sachsen Anhalts Minister­präsident Reiner Haseloff (CDU).
Laut Evangelischem Pressedienst investierte Sachsen-Anhalt rund 80 Millionen Euro während der Lutherdekade in das Reformationsjubiläum, davon 60 Millionen Euro in Erhalt und Modernisierung der Lutherstätten – darunter die Schlosskirche in Wittenberg, Luthers Sterbehaus in Eisleben und sein Elternhaus in Mansfeld. 20 Millionen Euro flossen in Veranstaltungen und Geschäftsstelle.
Doch Oberbürgermeister Torsten Zugehör fehlt etwas, um fast ein Jahr nach dem Sommermärchen auch sagen zu können: »Da kannste nich meckern.« Auf der Festveranstaltung sagte er, er wünsche sich vor allem eine Fortsetzung der erfolgreichen Formate aus 2017.
Dazu gehöre das Konfi-Camp, an dem Tausende Jugendliche teilnahmen. Dies solle zur Tradition in Wittenberg werden. Dass dies nicht einfach zu realisieren ist, beschreibt er selbst in seiner untenstehenden Rückschau.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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