Freitag, vor eins...
Unsere Seite 1 - Hinzufügen statt verzichten

"Glaube+Heimat", Nr. 8 , 21. Februar 2021, Invokavit
  • "Glaube+Heimat", Nr. 8 , 21. Februar 2021, Invokavit
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  • hochgeladen von Katja Schmidtke

War nicht gerade erst Advent? Die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, die einst einmal auch eine Fastenzeit gewesen ist und heute als in Schokomandeln, Lebkuchen und Zimtsterne gekleidete Zeit des Überflusses daher kommt. Und auch wenn ich gerade oft das Gefühl habe, den gleichen Tag immer wieder zu erleben, dreht sich das Rad der Zeit doch unaufhaltsam weiter. Gerade noch Advent, schon wieder Fastenzeit. Passion. Mitten in der Pandemie. 

Muss das wirklich sein? Jetzt noch auf Fleisch, Alkohol oder Süßigkeiten zu verzichten, wo wir doch schon  zwangsweise fasten - keine körperliche, aber doch geistige, seelische Nahrung! Schon seit mehr als 40 Tagen. Ja, sogar seit mehr als 40 Wochen. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber ich verspüre in diesem Jahr große innere Widerstände mich ausgerechnet jetzt noch selbst zu beschränken. Am Faschingsdienstabend erzählte mir eine Bekannte quasi gerade noch rechtzeitig, wie sie seit Jahren die Fastenzeit nutzt und ich war ihr für diesen Impuls so dankbar, dass ich sie hätte umarmen können. Wenn wir uns nicht auf Zoom getroffen hätten. Wenn nicht gerade Pandemie wäre und wir kollektiv Nähe fasten müssten.

Die vorösterliche Fastenzeit bereitet uns auf Jesu schweren Weg vor, aber das heißt nicht, dass wir 40 Tage schwer beladen und gebeugt umher gehen. Der Aschermittwoch symbolisiert eine kleine, sich jährlich wiederholende Zeitenwende: Altes ist vergangen, Neues kann beginnen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass die Passionszeit auf Spätwinter und Vorfrühling fällt. Die Tage werden länger, das Licht bricht durch, manchmal kitzelt die Sonne schon auf der Nasenspitze. 

Die Evangelische Kirche in Deutschland startet jährlich eine Aktion zur Fastenzeit. Beim diesjährigen Thema "Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden" musste ich zuerst an meine Yoga-Lehrerin denken, die seit mehr als sieben Wochen ihr Studio zugesperrt hat und keine Blockaden lösen kann. Aber daran dachte die EKD wohl weniger.  Eher geht es um die Blockaden von Geist, Herz und Seele und damit um die Einschränkung unserer inneren Bewegungsfreiheit. Welche Muster und Gewohnheiten können wir loslassen? Was verschafft uns mehr Spielraum? 

In diese Kerbe schlug zu Fastnacht auch meine Bekannte mit ihrem Fastenimpuls. Sie verzichtet nicht. Sie fügt hinzu. Etwas, das ihrer Seele gut tut. Ein täglicher Spaziergang. Eine Runde im Garten. Abendessen vom Feiertagsgeschirr. Eine Postkarte für einen lieben Menschen. Ein Anruf. Eine besondere Zeit mit Gott... Was fällt Ihnen ein? Was tut Ihnen gut? Wie sorgen Sie für Ihre Seele?

Seelsorge - ein großes Wort, das manchmal als kleine Geste daher kommt, in der sich doch der Kernauftrag unserer Kirche verbirgt. Und das Leidenschaftsthema unseres Bischofs. Friedrich Kramer will sich nun einen Überblick über die Seelsorge in den Gemeinden verschaffen. Dazu gibt es ab Ende Februar sogenannte Visitationen (Besuche, Besichtigungen) in den Kirchenkreisen.  Darüber sprach er im Interview mit unserem Chefredakteur Willi Wild. Dieses und viele weitere Themen rund um den Schwerpunkt Seelsorge legen wir Ihnen heute ans Herz. 

Unsere Themen:

  • Zwischen drei Atemzügen an der Kirchentür: Pfarrerin Sabrina Hoppe schreibt in dem Blog "#himmelwärts" und in der Kirchenzeitung über ihren Glauben, Kirche und Religion.
  • Bahnhofsmission:  In Erfurt hat sich die Zahl der aktiven Ehrenamtlichen halbiert.
  • Telefonseelsorge: Die Corona-Pandemie ist wie ein Brennglas. Die Probleme in der Gesellschaft treten viel deutlicher zu Tage als sonst, sagt Andreas Krov-Raak, Leiter der Dessauer Telefonseelsorge.

Und außerdem:

Stumme Schreie

 

Bei Anruf Pfarrer
Die lautlosen Kirchengemeinden

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Autor:

Katja Schmidtke

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