Freitag vor 1
Unsere Seite 1 – Es ist doch nicht Friede
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Wer sollte etwas gegen eine Friedensinitiative haben. Wir als Christen schon gar nicht. Nichts wünscht man sich sehnlicher als einen Plan, der zum Ende des Blutvergießens und Tötens in der Ukraine führt. Christliche Friedensethik blendet keine Realitäten aus. Das wird auch im diesjährigen Motto der Ökumenischen Friedensdekade deutlich, die am 8. November startet: „couragiert widerständig“.
Ein Schein-Frieden allerdings, der das Recht des Stärkeren zementiert, widerspricht der biblischen Botschaft. Christliche Friedensverantwortung entlarvt populistische Schaufensteranträge als das, was sie sind: eine moralische Bankrotterklärung.
Durch das Verabschieden des Antrags von AfD und BSW am Mittwoch im Magdeburger Landtag, der den Stopp von Ukraine-Hilfen und Friedensgespräche erzwingen will, entsteht allenfalls ein Diktatfrieden zu den Bedingungen Moskaus, der das Unrecht legitimiert und die Sünde der Aggression verschleiert.
Damit würde jene moralische Kosmetik betrieben, die schon der Prophet Jeremia verurteilte: „Sie heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: ,Friede! Friede!‘, und ist doch nicht Friede.“ (Jeremia 6,14)
Mit dem Antrag täuschten die betreffenden Parteien vor, dass Sachsen-Anhalt in dieser Frage Entscheidungen treffen könne, erklärte der EKD-Friedensbeauftragte Friedrich Kramer. So werde zwar die "Friedenssehnsucht" der eigenen Wählerschaft bedient, den Menschen jedoch gleichzeitig etwas vorgemacht. "Das ist in meinen Augen Populismus", bekräftigte Kramer.
Die evangelische Kirche setze sich für einen gerechten Frieden ein, hieß es weiter. Friedensinitiativen, die einseitig die russische Position vertreten, verschrieben sich hingegen einem egoistischen Frieden, wie der Antrag von AfD und BSW, erklärte er.
Das sehe ich auch so: Göttlicher Friede geht ganz anders. Er wird nicht erkämpft, sondern erbeten. Nutzen wir die Friedensdekade. Couragiert und widerständig.
Ihr
Willi Wild
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Autor:Willi Wild |

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