Freitag, vor eins ...
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Nr. 37 vom 15. September (13. Sonntag nach Trinitatis)
  • Nr. 37 vom 15. September (13. Sonntag nach Trinitatis)
  • Foto: G+H
  • hochgeladen von Beatrix Heinrichs

Aus der Stadt mit dem höchsten Kirchturm der Welt wabert dieser Tage eine Geschichte durch  die Aufmerksamkeitsströme der Medien, für die das Internetzeitalter das Wort "Roofing" (das Klettern auf Dächer) erfunden hat. Was so lässig klingt, ist gefährlicher Leichtsinn auf der Jagd nach Klicks und Followern.  Es ist schade, dass diese Nachricht eine andere Botschaft aus der Donaustadt überlagert, die es wirklich wert wäre, gehört zu werden.

Dass zwei Kletterer sich Eingang zum Turm des Münsters verschafft hatten, Sicherheitsschlösser aufbrachen, um bis zur Spitze hinaufzuklettern - ungesichert, aber mit dem Selfie-Stick in der Hand - beschäftigt nun den Dekan Ernst-Wilhelm Gohl, der erwägt die Sicherheitsvorkehrungen für das Gotteshaus neu zu überdenken. Diese offensichtliche Notwendigkeit ist bedauerlich. Besonders, weil sich die Kirche, von der aus man bei gutem Wetter bis zu den Alpen schauen kann, gerade noch weiter zu den Menschen hin öffnen will. 

Das Ulmer Münster nämlich bekommt eine Kircheneintrittsstelle. Von morgen an können Gäste des Gotteshauses hier die Kirchenmitgliedschaft beantragen. Eintreten können nur Menschen, die bereits getauft sind. Ungetaufte werden zum Taufunterricht in Ulm oder im Heimatort eingeladen. Möglich ist der Eintritt in die Evangelische Landeskirche in Württemberg und in die benachbarte Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Menschen aus anderen Regionen werden an ihre jeweiligen Landeskirchen vermittelt.

Zugegeben, es ist keine neue Idee: Eintrittsstellen in prominenten Kirchen gibt es auch im Berliner Dom, der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis und in vielen Citykirchen. Aber es ist eine Idee mit Signalwirkung, die Schule machen sollte: Sie ist zukunftsweisend und, was Ulm betrifft, echt clever. Die gotische Kirche mit dem 161,53 Meter hohen Turm lockt jährlich rund eine Million Besucher an. Da könnte ja doch vielleicht der ein oder andere dabei sein, der sich nicht nur für die einzigartige Architektur, sondern auch für das geistliche Innenleben eines Gotteshauses begeistern lässt.

Wer wieder eintritt, wird mit offenen Armen begrüßt, daran ließ Friedrich Kramer in seiner Predigt am vergangenen Sonnabend keinen Zweifel: "Wir sind die einzige Ex, die sich freut, wenn Sie wiederkommen", sagte der neue Bischof der EKM in Magdeburg. Hintergründe zur Amtseinführung, Bildimpressionen vom Gottesdienst und dem anschließenden Fest im Domgarten sowie die Predigt in voller Länge erwarten Sie in der aktuellen Ausgabe Ihrer Kirchenzeitung. Gute Lektüre! 

Unsere Themen:

  • Der Bischof aus Wittenberg: Friedrich Kramer wurde als Nachfolger von Ilse Junkermann am vergangenen Sonnabend in sein Amt eingeführt. 
  • Mensch, Mutter, Margot: Die  prominente Theologin und Bestsellerautorin Margot Käßmann predigt zum Auftakt der »Achava Festspiele Thüringen«in Eisenach. Der christlich-jüdische Dialog und die Aufarbeitung  der Kirchengeschichte  liegen ihr am Herzen. Mit Willi  Wild sprach sie beim Kirchentag in Dortmund auch darüber.
  • Kerzen statt Steine: Dietrich Bungeroth kann sich noch lebhaft an die Friedliche Revolution erinnern. Angela Stoye sprach mit dem Dessauer Pfarrer im Ruhestand darüber und über Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einst und heute.

Außerdem:

  • Geben und Nehmen: Wie freigiebigsein richtig geht, fragt unser Glaubenskurs »Glauben und Handeln«. Die Landespfarrerin für Gemeindeaufbau in Anhalt, Christine Reitzig, erklärt, warum Dankbarkeit die Voraussetzung für ein freudiges Geben ist.
  • Visionen des Bauhausmeisters:  Das Kunsthaus  Apolda Avantgarde zeigt unter  dem Titel »Traumstadt. Lyonel  Feininger und seiner Dörfer« . Doris Weilandt hat sich die Ausstellung angesehen.

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Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

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