Gysi-Auftritt am 9. Oktober in Leipzig
Proteste vor Peterskirche erwogen

Die Leipziger Peterskirche
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Protest gegen Gysi-Auftritt soll weitergehen
Bürgerbewegung erwägt Aktionen an der Leipziger Peterskirche
Weimar/Leipzig (G+H) - Mit "kreativem Protest" vor der Peterkirche in Leipzig soll gegen ein Gedenkkonzert am 9. Oktober demonstriert werden. Das erwägt der Verein Archiv Bürgerbewegung Leipzig, berichtet die in Weimar erscheinende Mitteldeutsche Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" . Der Zeitung zufolge plane das Bürgerbündnis diese Aktionen, da die Leipziger Philharmonie an der Einladung des Linken-Politikers Gregor Gysi zu dem Gedenkkonzert festhalte. Die Idee, einen Bürgerrechtler Gysi zur Seite zu stellen, sei nicht geglückt, "da sich niemand zur Verfügung stellt", schreibt Uwe Schwabe von der Leipziger Bürgerbewegung in einer Rundmail an die Unterzeichner eines Protestbriefs. Man überlege vor der Peterskirche zu demonstrieren, da die Kirchengemeinde die Räume zur Verfügung stelle.
Die Philharmonie Leipzig hatte Gysi für den Abend des 9. Oktober eingeladen, im Rahmen eines Konzerts eine Rede zu halten. "Gysi hat das Zeitgeschehen und die demokratische Entwicklung in den letzten Jahrzehnten geprägt", hieß es in einer Erklärung der Philharmonie. Man habe deshalb Interesse an der Frage, wie er im 30. Jahr nach dem Mauerfall auf diese Zeit blicke. Dagegen regte sich massiver Widerstand von DDR-Bürgerrechtlern, die einen offenen Brief veröffentlichten.
Der frühere Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Ulrich Kasparick (SPD), hatte den geplanten Auftritt von Gysi scharf kritisiert. Dass Gysi am 30. Jahrestag der entscheidenden Leipziger Montagsdemonstration 1989 eine Festrede halten solle, sei eine Ungeheuerlichkeit, schrieb er in einem Gastbeitrag in "Glaube+Heimat". Gysi repräsentiere eine Partei, "deren Staat wir Bürgerrechtler aktiv bekämpft haben", so Kasparick.
In Leipzig hatten am 9. Oktober 1989 mehr als 70.000 Menschen friedlich gegen das SED-Regime protestiert. Das Ereignis gilt als wichtige Wegmarke der Friedlichen Revolution in der DDR. Wenige Wochen später fiel die Mauer.

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Willi Wild aus Weimar

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