Kontroverse
Pfarrer übt Kritik an EKD-Rettungsschiff

Der Nürnberger Pfarrer Matthias Dreher sorgt mit seiner Kritik am kirchlichen Engagement an der Seenotrettung für Empörung bei führenden Kirchenvertretern. Ihm zufolge können Christen Menschen, die bewusst ihr Leben in Gefahr bringen, ertrinken lassen. Dafür erntete Dreher heftigen Widerspruch unter anderem vom bayerischen Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm. Im „Korrespondenzblatt“ des bayerischen Pfarrervereins begründet Dreher seine Ansicht mit der Zwei-Reiche-Lehre Martin Luthers zum Verhältnis der Christen zum politischen Bereich. Diese überlasse die operative Struktur-Politik staatlichen Stellen.
Wenn sich Menschen mit dem Wunsch nach einem besseren Leben bewusst in Gefahr begäben, so Dreher, hätten sie kein Recht, diesen auch erfüllt zu bekommen. „Nur wer den Bau des Reiches Gottes nicht Gott überlassen kann, sondern es selbst bewerkstelligen muss, wird weiter unverantwortlich mit Rettungsschiffen mehr Migranten aufs Wasser ziehen.“
Der Pfarrer appelierte an „migrationswillige Afrikaner“ ein legales Asylverfahren anzustreben, anstatt das Leben aufs Spiel zu setzen. "Das Risiko einer Bootsüberfahrt ist zu hoch. Dass ihr weniger Mittel und Chancen habt als wir in Europa, entbindet euch nicht der Verantwortung für euer Leben!“
Bedford-Strohm widersprach den Ansichten Drehers energisch. Menschen ertrinken zu lassen, sei unverantwortlich. Drehers Argument fuße auf der Behauptung, die Seenotretter seien der Grund dafür, dass Menschen die Überfahrt über das Mittelmeer riskierten: „Diese Behauptung ist widerlegt.“ Medienberichten zufolge will die Kirchenleitung Dreher zu einem Gespräch bitten.
Das von der EKD unterstützte Rettungsschiff „Sea-Watch 4“ ist seit Mitte August im Mittelmeer unterwegs. Am 20. September wurde es auf Anordnung der italienischen Behörden in Palermo festgesetzt. Zuvor hatte es mehr als 350 Menschen in Seenot gerettet.

(idea) 

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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