Dorfkirche Kermen bei Zerbst wird saniert
Kleine Kirche, große Pläne

Dorfkirche Kermen bei Zerbst
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  • Dorfkirche Kermen bei Zerbst
  • Foto: Killyen/Ev. Landeskirche Anhalts
  • hochgeladen von Johannes Killyen

Die romanische Dorfkirche in Kermen bei Zerbst hat trotz ihrer geringen Größe viel zu bieten. Nun wird das Gotteshaus umfassend saniert. Besondere Kennzeichen der Kirche sind ihr rechteckiger Grundriss, ein barocker Kanzelaltar mit Figuren der Heiligen Petrus und Paulus und moderne Fenster des Künstlers Günter Grohs im Rahmen des Glaskunstprojektes „Lichtungen“. Vor wenigen Tagen wurden der Altar und das Gestühl aus dem Gebäude ausgelagert. Zur Schädlingsbekämpfung war zuvor die komplette Kirche einer Begasung unterzogen worden. Geleitet wurde der Ausbau von Restauratorin Heike Glaß aus Erfurt.

Bevor Altar und Gestühl restauriert werden, steht die Sanierung des Kirchengebäudes an. Insbesondere der im Zweiten Weltkrieg 1945 zerstörte Turm soll wiederhergestellt werden. Die zu erwartenden Gesamtkosten sind durch steigende Preise bei den Baustoffen indes auf über 650.000 Euro angewachsen. Nach einem Aufruf der Deutschen Stiftung Denkmalschutz waren für das Projekt umfangreiche Spenden aus ganz Deutschland eingegangen. Großflächenplakate mit dem Altar der Kermener Kirche waren in zahlreichen deutschen Bahnhöfen zu sehen, unter anderem in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet. Weitere Förderer sind das Programm REGIO des Landes Sachsen-Anhalt, Lotto Toto Sachsen-Anhalt, der Landkreis Anhalt-Bitterfeld und die Evangelische Landeskirche Anhalts. Auch die Ortschaft Eichholz-Kermen-Leps unterstützt den Erhalt des markanten Gebäudes. Dennoch benötigt die Kirchengemeinde Eichholz-Kermen weitere Mittel, um die gesamte Sanierung finanzieren zu können und ruft deshalb zu Spenden für die Kirche Kermen auf (Spendenkonto s. unten).

Hintergrund
Die Dorfkirche in Kermen ist eine der kleinsten der Region und zugleich diejenige mit dem ungewöhnlichsten Grundriss. Sie besteht aus einem rechteckigen Saal mit halbrundem Ostabschluss, wie er sonst erst in spätgotischen Kirchen vorkommt. Das regelmäßige Feldsteinmauerwerk, das Rundbogenportal und die noch erkennbaren romanischen Fenster weisen jedoch auf eine Entstehung um 1200 hin. Nach schweren Kriegsschäden 1945 wurde die Kirche ohne ihren Dachreiter wieder aufgebaut, die Fenster mit Glasbausteinen geschlossen.

Im Inneren ist die Ausstattung des 18. Jahrhunderts vollständig erhalten. Herausragend ist der barocke Kanzelaltar von 1711. Der Kanzelkorb wird flankiert von vollplastischen Figuren der Heiligen Petrus und Paulus. Gekrönt wird der Altar von einem gesprengten Giebel mit einem Scheinvorhang, der die Kanzel zur Bühne macht. Im Rahmen der Gesamtsanierung der Dorfkirche Kermen werden neue Fenster nach Entwürfen des Glasgestalters Günter Grohs eingefügt. Angeregt von traditioneller barocker Kirchenfenstergestaltung mit Butzen oder Mondscheiben hat er drei große Fenster im Kirchenschiff und zwei kleine Emporenfenster entworfen.

Spendenkonto

  • Ev. Kirchengemeinde Eichholz-Kermen
  • Volksbank Dessau-Anhalt IBAN: DE 95 8009 3574 0004 2773 68

www.lichtungen-glasmalerei.de

Anhang:
- Bild der eingerüsteten Kermener Kirche, Foto: Goebel/ds-Architects
- Außenansicht Kirche Kermen, Foto: Killyen/Ev. Landeskirche Anhalts

Dorfkirche Kermen bei Zerbst
Die eingerüstete Dorfkirche Kermen bei Zerbst
Autor:

Johannes Killyen

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