Kommentar
Geschwister im Gespräch

Von Willi Wild

Geschwister kann man sich nicht aussuchen, heißt es. Und es stimmt natürlich. Damit hat es aber nichts zu tun, dass sich die Synodalen, die Delegierten aus den Gemeinden bei der Kirchenversammlung, mit Bruder und Schwester anreden. Die Anrede ist Ausdruck geistlicher Verwandtschaft der Kinder Gottes.
Ein Streit leiblicher Geschwister kann unversöhnlich sein. Das kennen wir aus der Bibel und aus unserer Geschichte. Auch bei den Tagungen treffen unterschiedliche Meinungen aufeinander. Da wird debattiert, gestritten und in Sachfragen hart gerungen. Am Ende steht nicht automatisch der Konsens.
Synoden sind grundsätzlich öffentlich, und das ist auch gut so. Bei der Landeskirche Anhalts gibt es für größere Problemlagen und verfahrene Situationen die Möglichkeit des sogenannten Geschwisterlichen Gesprächs. Im »engsten Familienkreis« reden die Synodalen in aller Offenheit über das, was sie bewegt. Ergebnisoffen. Erst danach wird dann darüber abgestimmt.
Der EKM-Synodale Ernst Wachter aus Elbingerode hat recht, wenn er anmerkt, dass die Bezeichnung »Kirchenparlament« für die Synode nicht passt. Zum einen handelt es sich um ein Ehrenamt. Kirchenmitglieder opfern ihre Freizeit, weil ihnen die Gemeinschaft der Heiligen am Herzen liegt. Andererseits geht es eben um dieses geschwisterliche Miteinander und die Einheit im Glauben, die durch das gemeinsame Abendmahl deutlich wird.
Die Synoden haben wieder gezeigt, was sie zu leisten im Stande sind. Im Vertrauen auf Gott und in Verantwortung für seine Kirche sind Entscheidungen gefällt worden. Und wo es keine Einigung gab, hat man den Punkt auf das Frühjahr beim nächsten »Familientreffen« vertagt.

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