Kirchenvereinigung 1991
Bischöfin: DDR-Geschichte ist gemeinsames Erbe

Kirchliche Wiedervereinigung: Im Juni 1991 trat in Coburg die neue gesamtdeutsche Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu ihrer ersten Tagung zusammen. Mit einem symbolischen Händedruck besiegeln die Berliner Oberkonsistorialrätin Rosemarie Cynkiewicz und der Ratsvorsitzende der EKD, der Berliner Bischof Martin Kruse, die Vereinigung nach 22 Jahren Trennung. Auch die Kirchenzeitung berichtete darüber. | Foto: epd-bild/Norbert Neetz
  • Kirchliche Wiedervereinigung: Im Juni 1991 trat in Coburg die neue gesamtdeutsche Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu ihrer ersten Tagung zusammen. Mit einem symbolischen Händedruck besiegeln die Berliner Oberkonsistorialrätin Rosemarie Cynkiewicz und der Ratsvorsitzende der EKD, der Berliner Bischof Martin Kruse, die Vereinigung nach 22 Jahren Trennung. Auch die Kirchenzeitung berichtete darüber.
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Schwerin (idea). Die Geschichte der Kirchen in der DDR gehört zum gemeinsamen Erbe aller evangelischen Kirchen in Deutschland. Das erklärte die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Kristina Kühnbaum-Schmidt. Anlass war der 35. Jahrestag der ersten zeitgleichen Synodentagungen des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR (BEK) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am 24. Februar 1991 in Berlin.

Ihre Beschlüsse ebneten den Weg für die Wiedervereinigung der evangelischen Kirchen Ost- und Westdeutschlands. Die Berliner Synoden im Februar 1991 seien ein sichtbares Zeichen der Einheit und Verbundenheit aller evangelischen Christen in Deutschland gewesen, erklärte Kühnbaum-Schmidt in einer Mitteilung. Es sei wichtig, die Erfahrungen aus Ost und West weiterzutragen und das gegenseitige Verstehen zu fördern.

„Wir dürfen nicht wegsehen. Wir müssen die Erfahrungen der Menschen ernst nehmen, die unter der Diktatur litten, und daraus lernen – für unsere Kirche, unsere Gesellschaft und unsere Verantwortung heute“, so die Landesbischöfin. Man gedenke heute der Entscheidungen der damaligen Pioniere, „die den Zusammenhalt der evangelischen Kirche trotz jahrzehntelanger Trennung sicherten. Ihre Arbeit zeigt uns, dass Einheit mehr ist als rechtliche Zusammenführung – sie lebt von gelebter Solidarität, Respekt und gegenseitigem Verständnis.“

Die Nordkirche ist 2012 aus der Vereinigung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und der Pommerschen Evangelischen Kirche hervorgegangen. Sie versteht sich nach eigenen Angaben als Brücke zwischen Ost und West, die historische Erfahrungen aufarbeitet und für die Gegenwart fruchtbar macht.

In diesem Zusammenhang wurde am 1. Oktober 2025 in Schwerin das Papier „35 Jahre Deutsche Einheit – Empfehlungen zur Aufarbeitung in den evangelischen Kirchen Deutschlands“ vorgestellt, das unter anderem von Pastor i. R. und Außenminister a. D. Markus Meckel (SPD) gemeinsam mit weiteren 14 Theologen und Wissenschaftlern verfasst worden war.

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