Landesgartenschau Thüringen
Wallfahrtsort für alle Sinne

Bonifatius begrüßt die Gäste am Kirchenpavillon. Die Holzskulptur erinnert an die Einführung des Christentums und die Fällung der Donareiche im Jahr 724 durch den Heiligen auf dem Hülfensberg bei Geismar. | Foto: Reiner Schmalzl
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  • Bonifatius begrüßt die Gäste am Kirchenpavillon. Die Holzskulptur erinnert an die Einführung des Christentums und die Fällung der Donareiche im Jahr 724 durch den Heiligen auf dem Hülfensberg bei Geismar.
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Auf der Anhöhe am Kirchenpavillon berühren sich Himmel und Erde. Auch die Ökumene wird bei den Veranstaltungen großgeschrieben.

Von Reiner Schmalzl

Heftiger Westwind peitscht Wasserfontänen gegen das Sonnensegel, als würde man sich auf hoher See befinden. Diesen Eindruck gewinnen Menschen an regnerischen Tagen im ökumenischen Kirchenpavillon auf der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis. „Rücken sie näher!“, sagte Günther Fiedler deshalb während einer ungemütlichen Nachmittagsstunde zu den Gästen, die seinem Vortrag über die Klöster und Orden in Mitteldeutschland folgen.

Unter dem Motto „Erdnah – Himmelweit“ lädt der Kirchenpavillon als Gemeinschaftsprojekt des Kirchenkreises Mühlhausen und des Bistums Erfurt bis zum 11. Oktober ein, Gemeinschaft zu erleben und neue Kraft zu schöpfen. Der Bereich des ökumenischen Pavillons als Andachts- und Veranstaltungsraum umfasst drei bauliche Elemente, die als ein inhaltliches Ensemble zueinander angeordnet sind. So befindet sich neben dem Pavillon in sechseckiger Wabenform als Hauptelement ein mit Holz verkleideter Seecontainer, während das Sonnensegel den Vorplatz überspannt.


"Die Landesgartenschau ist eine enorme Bereicherung für Leinefelde. Vor allem, weil es Nachnutzungskonzepte gibt."

Das Programm im Kirchenpavillon wird abwechselnd beziehungsweise gemeinsam von katholischen und evangelischen Pfarreien gestaltet. Weil sich der Pavillon wie ein neuer Eichsfelder Wallfahrtsort auf einer Anhöhe befindet, schallen Musik und Gesang oftmals bis weit über das Gelände. Und an jenem regnerischen Tag, als ein Ensemble des Kirchortes Breitenbach den Schlusspunkt setzte, war das Kirchenlied „Da berühren sich Himmel und Erde“ mehrfach passend.

Entlang des Panoramaweges und zwischen den Blumenbeeten tun sich auch allerhand Überraschungen über Ländergrenzen hinweg auf. So weist beispielsweise eine Tafel im lilafarbenen Stiefmütterchen-Meer auf Leinefeldes ungarische Partnerstadt Pápa hin, die im Spätmittelalter als das bedeutendste Zentrum des Protestantismus in Westungarn galt. Mit seinen 13 Gotteshäusern wird Pápa daher auch die Stadt der Kirchen genannt. Vielleicht einmal ein Reisetipp zu späterer Zeit.

Zunächst aber heißen die Eichsfelder die Gäste auf ihrer Landesgartenschau willkommen. „Sie ist langfristig eine enorme Bereicherung für Leinefelde. Vor allem, weil es überall Nachnutzungskonzepte gibt“, schwärmt Ernst Siebert von einer blühenden Zukunft für das 15 Hektar große Gelände der sechsten Thüringer Landesgartenschau. Der 88-jährige Schäfer lebt nur knapp zwei Kilometer entfernt in Beinrode und würde später am liebsten einmal seine Leineschafe in die grüne Aue und Oase entführen. Vielleicht schon zum Erntedankfest.

Der Augarten und die Gartenstadt stehen für den sogenannten Stadtgarten 2.0 am Stadtrand von Leinefelde. Denn wo einst mehr als 850 Garagen das Bild prägten, entstand nun eine neue Parkfläche und mittendrin das Flüsschen Ohne, die am Fuße des Dün entspringt.

Tipp: 31. Mai, 12 Uhr, Gottesdienst im Kirchenpavillon mit Regionalbischof Tobias Schüfer

Bonifatius begrüßt die Gäste am Kirchenpavillon. Die Holzskulptur erinnert an die Einführung des Christentums und die Fällung der Donareiche im Jahr 724 durch den Heiligen auf dem Hülfensberg bei Geismar. | Foto: Reiner Schmalzl
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