Soziales
Stiftung: Algorithmen können Kita-Platzvergabe gerechter machen

Kinderfahrräder parken vor einer Kita. Die Vergabe von Kitaplätzen könnte durch Computerprogramme einfacher werden, sagen Forscher.
  • Kinderfahrräder parken vor einer Kita. Die Vergabe von Kitaplätzen könnte durch Computerprogramme einfacher werden, sagen Forscher.
  • Foto: epd-bild/Jens Schulze
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Gütersloh (epd) -  Der Einsatz von Software kann laut einer Analyse der Bertelsmann Stiftung die Kita-Platzvergabe verbessern. Erste Praxiserfahrungen in einzelnen deutschen Städten und Gemeinden zeigten, dass die Verwendung von Algorithmen die Vergabe effizienter und unter bestimmten Voraussetzungen auch gerechter machen könne, erklärte Julia Gundlach, Digitalexpertin der Stiftung und Autorin des Impulspapiers. Die Kommunen nutzten dabei die frei verfügbare Software «KitaMatch» des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. Vor allem jüngere Eltern mit Hochschulabschluss stünden dem Technologieeinsatz aufgeschlossen gegenüber.

Die Suche nach einem Betreuungsplatz sei für viele Familien bisher frustrierend, hieß es. Zu wenige Plätze, komplizierte Anmeldeverfahren, intransparente Vergabekriterien: 54 Prozent der Eltern mit Kindern unter sechs Jahren berichten von Problemen bei der Kita-Platzvergabe, wie eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergab.
Knapp 1.300 Menschen wurden befragt. Auch für die Kita-Leitungen sei die Situation unbefriedigend, denn sie müssten viel Zeit investieren, um die Anmeldungen zu verwalten, hieß es.

Bei einer algorithmenbasierten Kitaplatzvergabe werden demnach vorab Vergabekriterien und elterliche Angaben zu Wunsch-Kindertagestätten definiert. Auf dieser Basis unterstütze die Software bei der Abstimmung, welche Kita welchen Eltern einen Platz anbieten sollte, hieß es. Mehr Chancengerechtigkeit entstehe, wenn ein Kind, das laut Vergabekriterien vorrangig einen Platz bekommen sollte, diesen auch erhalte. Vor allem Kinder aus benachteiligten Familien könnten davon profitieren, da die Anmeldeverfahren für die Eltern oft eine große Hürde seien.

Die Stiftung wies darauf hin, dass es wichtig sei, den Kriterienkatalog unter Beteiligung der Kitas, ihrer Träger sowie von Jugendämtern und Eltern auszuhandeln und offen zu kommunizieren. Das erhöhe die Transparenz, Überprüfbarkeit und letztlich auch die Akzeptanz von Zu- oder Absagen, sagte Gundlach. «Algorithmen sorgen nicht automatisch für mehr Fairness», betonte die Expertin. «Die Empfehlungen einer Software sind nur so gerecht, wie die Kriterien, nach denen diese programmiert ist.»

Autor:

Katja Schmidtke

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