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Mutmach-Monster kommt ins Museum

Dem schauerlichen Monster "Grüffelo" widmet das Historische Museum der Pfalz seit 22. Dezember eine Familienausstellung. Die jungen Museumsbesucher seien zum Verkleiden, Ausprobieren und Mitmachen eingeladen.
  • Dem schauerlichen Monster "Grüffelo" widmet das Historische Museum der Pfalz seit 22. Dezember eine Familienausstellung. Die jungen Museumsbesucher seien zum Verkleiden, Ausprobieren und Mitmachen eingeladen.
  • Foto: Historisches Museum der Pfalz
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Mit Mut und List meistert man große Gefahren. Das vermittelt die fantasievolle Familienausstellung «Der Grüffelo», die ab Sonntag in Speyer zu sehen ist. Die Schau über den Kinderbuchklassiker lädt kleine Kinder zum Verkleiden und Mitspielen ein.

Von Alexander Lang

Eulenrufe hallen durch den Wald, der Wind rauscht durch die Efeuranken. Es ist ganz unheimlich. Plötzlich ein Schnaufen, stampfende Fußtritte. Jetzt heißt es: schnell verstecken in der Steinhöhle, damit man nicht gefressen wird. Doch ach - da wohnt es ja, das schauerlichen Waldmonster. Der «Grüffelo» ist da, doch keine Angst: Die Familienausstellung, die sich ab Sonntag im Historischen Museum der Pfalz dem Kinderbuchhelden mit der giftigen Warze auf der Nase widmet, will besonders kleinen Besuchern Mut machen und ihre Kräfte stärken.

Beim Wandern durch den Wald mit der klugen Maus wird deutlich, wie man dem hungrigen Fuchs, der Eule, der Schlange und schließlich dem haarigen Typen mit den fiebriggelben Augen ein Schnippchen schlagen kann. Um Mut und Selbstbewusstsein geht es in der multimedialen Schau, die bis 14. Juni 2020 dauert. Sie richtet sich vor allem an Kinder im Vorschul- und Grundschulalter. Ihnen solle spielerisch vermittelt werden, dass nicht immer der Stärkere triumphiere, sagt Kuratorin Cathérine Biasini. Mit Cleverness könnten auch vermeintlich Schwächere erfolgreich sein, wenn sie ihre Fantasie gebrauchten.

Im Untergeschoss des Museums können Kinder in einem florierenden Traumwald ihrer Fantasie freien Lauf lassen, sich verkleiden, toben oder malen. So wie die fünfjährige Mathilda, die sich mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Antonia an der «Monster-Malstation» gleich Buntstifte und Papier gegriffen hat.

Anlass der Schau über die von der britischen Kinderbuchautorin Julia Donaldson verfasste und von Axel Scheffler illustrierte Geschichte ist das 20-jährige Bestehen des Jungen Museums (JUMUS) des Historischen Museums. Es wurde 1999 als erstes Kindermuseum in Rheinland-Pfalz gegründet und hat sich auf die kindgerechte Vermittlung von Ausstellungsthemen spezialisiert. Drei Millionen Besucher hat das JUMUS bisher gezählt, berichtet Museumsdirektor Schubert stolz.

An zahlreichen Mitmachstationen können Kinder die Geschichte des Grüffelo erleben und selbst nacherzählen. Und vor allem können sie ausprobieren, wie man mit scheinbar übermächtigen Gegnern fertig wird. So mag eine Notlüge okay sein, wenn der listige Fuchs die Maus in seinen Bau zum «Götterspeise-Essen» einlädt. Vorsicht, lieber nicht, sagt sich da das Beutetier. Manchmal ist es auch gut, Angst zu haben, wenn Gefahr droht. Da nimmt man besser die Füße in die Hände: Über einen Parcours mit Baumstamm, Kippleiter und Rollenrutsche können junge Museumsbesucher "fliehen" und zugleich ihre körperliche Beweglichkeit testen.

Wenn man dem auf den Fußboden gezeichneten Waldweg folgt, kann man die Tiere und Pflanzen im Wald kennenlernen. An einer Magnetwand werden Fuchs, Eichhörnchen oder Raupe ihrem Lebensraum zugeordnet, an Computer-Touchscreens lassen sich Informationen über Pflanzenarten abrufen. Man kann sich Tiermasken überstülpen und Buchszenen nachspielen oder auf Kissen in Ruhezonen entspannen - vielleicht mit einem Buch in der Hand. Die Clou ist die Grüffelo-Küche: Dort kann man Gerichte aus dem populären Kinderbuch nachkochen, etwa Schlangenpüree und Grüffelo-Grütze.

Auch für erwachsene Besucher sind die Einblicke in Welt des Grüffelo lehrreich. 45 Original-Grafiken des Illustrators Axel Scheffler zeigen, wie sich der gebürtige Hamburger zu einem der erfolgreichsten Bilderbuch-Illustratoren entwickelte. Mehr als 3,5 Millionen Exemplare des Grüffelo-Buches mit seinen humorvollen Reimen wurden seit 1999 verkauft. Es wurde verfilmt und 2011 für einen Oscar nominiert. Und jetzt bekommt der Grüffelo in Deutschland und Großbritannien zu seinem 20. Geburtstag gar eine eigene Briefmarke. Die Botschaft des Kinderbuches bleibt aktuell: So wie die Maus kann jedes Kind mit List und Mut gefährliche Situationen meistern - und am Ende gar den schrecklichen Grüffelo in die Flucht schlagen.

(epd)

Tipp

Das Historische Museum der Pfalz ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Sonderöffnungszeiten sind Silvester von 10 bis 16 Uhr. An Feiertagen und in den rheinland-pfälzischen, Baden württembergischen und hessischen Schulferien ist es auch montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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