Barockorgel in Stedten soll saniert werden
Trauriger Zustand

Auffallend schön: Die Stedtener Orgel
  • Auffallend schön: Die Stedtener Orgel
  • Foto: Harald Strödicke
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Von Katja Schmidtke

Mit Putten, Wappen und floralen Ornamenten verziert und in strahlenden Farben ausgemalt, ist der barocke Ursprung dieses Orgelprospekts wahrlich nicht zu leugnen. Im Jahr 1697 wurde die Orgel von St. Martini in Stedten (Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda) gebaut. Doch heute fristet sie ein Dasein in traurigem Zustand, beklagt der Stedtener Kirchenälteste Harald Strödicke. Mechanik und Windlade sind defekt, das Leder ist brüchig, Teile lösen sich.
Bereits vor rund 15 Jahren hatte die Kirchengemeinde eine Initiative gestartet, um die Orgel zu retten, doch sie verlief im Sand. »Wir können aber nicht noch fünf Jahre warten«, mahnt nun Harald Strödicke. Auch die Orgelsachverständigen von Kirchenkreis und Landeskirche haben das Instrument begutachtet und raten zum Handeln. Die Gemeinde will sich der Verantwortung stellen, aber sie weiß auch um die Schwierigkeiten: In Stedten wohnen nicht einmal 1 000 Menschen, zur Kirchengemeinde zählen rund 80 Christen. Dass es die Gemeinschaft aber schaffte, die Kirche in einen guten Zustand zu versetzen, das Dach zu decken, das Mauerwerk trocken zu legen, die Fassade zu erneuern und den Altar zu reinigen – all das soll auch Mut machen.
»Wir müssen nun fleißig Geld sammeln«, sagt Harald Strödicke. Genaue Planungen gibt es noch nicht, nur Schätzungen, was eine Sanierung kosten würde. Die liegen im mittleren fünfstelligen Bereich – zunächst ohne die Sanierung des barocken Prospektes und ohne die Wiederherstellung und Einbindung der originalen Balg-Anlage.
Zur Zeit laufen archivalische Untersuchungen, um mehr über Historie und Ursprung der Orgel zu erfahren. Dies soll helfen, die Gutachten des Orgelsachverständigen und des Landesamts für Denkmalpflege zu erstellen. Nach deren Ergebnis richtet sich die Orientierung bei der Restaurierung und die Auswahl des Orgelbauers: Soll man die Orgel in ihre originale barocke Klangwelt zurückversetzen und soll sie so restauriert werden, dass sie den heutigen Ansprüchen an Kirchenmusik genügt und das gewohnte Liedgut der Gemeinde begleiten kann? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, kann ein entsprechend spezialisierter Orgelbauer beauftragt werden. »Es ist jetzt allerhöchste Zeit, ein Zeugnis deutscher Orgelbaukunst der Nachwelt zu erhalten«, so Harald Strödicke.
Um auf die Orgel und ihre bevorstehende Sanierung aufmerksam zu machen, lädt die Gemeinde am 26. Mai, 15 Uhr, zu einem Konzert ein: Der Hallsener Domkantor Gerhardt Noetzel, Johanna Lauber (Violine) und Jutta Noetzel (Sopran) musizieren.

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