Herdergeburtstag: Landesbischof spricht
Herzensbildung und Geduld
- Kantorin mit grünem Daumen: Irmhild Rüdiger bindet seit 20 Jahren die Blumengirlande, die zum Herder-geburtstag das Grab des Theologen schmückt.
- Foto: Conny Mauroner
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Das Thema Menschlichkeit steht im Mittelpunkt des diesjährigen Empfangs von Kirche und Diakonie in Weimar. Aus Anlass des Geburtstags des Theologen und früheren Weimarer Generalsuperintendenten Johann Gottfried Herder wird am 25. August, 17 Uhr, in die Stadtkirche St. Peter und Paul eingeladen.
Von Beatrix Heinrichs
Unter dem Titel „Was bedeutet Menschlichkeit? Herder als Gesprächspartner moderner Diakonie“ wird Landesbischof Friedrich Kramer das Thema in seiner Festrede aufgreifen. Für den Theologen und Dichter Johann Gottfried Herder sei Menschlichkeit keine abstrakte Idee, sondern eine bleibende Aufgabe gewesen, heißt es in der Einladung. "Bildung des Herzens und die Achtung vor der Einzigartigkeit jedes Menschen bilden das Fundament seines Denkens – das macht ihn zu einem aktuellen Gesprächspartner moderner Diakonie."
Für Constance Hartung ist es der erste "Herdergeburtstag" als Superintendentin des neuen Großkirchenkreises Weimar-Apolda, den sie nach den ersten etwa 100 Tagen im Amt als "heftiges Pflaster" beschreibt – zuversichtlich lächelnd. "Hier treffen ganz unterschiedliche Kulturen aufeinander", sagt sie. "Um die neuen Strukturen gut zu gestalten, brauchen wir alle ein großes Herz und viel Geduld." Mitunter bedeute das auch, Selbstverständlichkeiten aufzubrechen.
"Mit einer Mentalität, die betont, dass früher alles besser war, kommen wir nicht weit." Teamfähigkeit sei gefragt und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Das Thema des Herdergeburtstags wird so auch zum Arbeitsauftrag für die Findungsprozesse in dem neuen Kirchenkreis, scheint es.
Höhepunkt des Empfangs ist die Verleihung des Herderförderpreises. Gestiftet von Kirchenkreis und Kirchengemeinde, Sophien- und Hufelandklinikum sowie der Diakoniestiftung Thüringen, werden seit 2011 Projekte ausgezeichnet, die Impulse aus dem Lebenswerk des Theologen aufgreifen und neu ins Gespräch bringen. Der mit 2000 Euro dotierte Preis ging im vergangenen Jahr an Studenten der Bauhaus Universität Weimar für das Kunstprojekt „Fast Perfekt“, das die Themen Identität und kulturelle Transformation entfaltete.
Kollekten und Spenden des diesjährigen Herdergeburtstags sind für die Weimarer Tafel bestimmt. Die 1996 aus einer Initiative der Kirchengemeinde hervorgegangene Einrichtung versorgt derzeit wöchentlich rund 1400 Erwachsene und etwa 750 Kinder.
Autor:Beatrix Heinrichs |
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