Wort zur Woche
Wo die Wirklichkeit beginnt
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Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. 2. Timotheus 1, Vers 10b
Wie umgehen mit dem Tod? Diese Frage steht im Mittelpunkt des 16. Sonntages nach Trinitatis. Dieser Sonntag lässt uns einerseits zurückblicken auf die Osterbotschaft, die Botschaft von der Neuschöpfung der Welt und des Lebens durch Gott.
Von Oliver Behre
Er lässt uns aber auch nach vorne blicken auf das Ende des Kirchenjahres, das von Gericht, Tod und dem Leben in der Ewigkeit mit Gott erzählt. Wenn von Christus, also dem kommenden Erlöser, die Rede ist, ging es im jüdischen Verständnis um den kommenden König, der das Volk Israel zu einem Leben in Wohlstand und Frieden mit Gott führt. Doch diese Erwartung hat sich durch Jesus nicht erfüllt. Ungerechtigkeit, Krieg und Gewalt beherrschen die Welt und belasten nicht nur Israel, sondern alle Völker dieser Erde.
Wenn aber Jesus dennoch der Christus, der messianische Erlöser für unsere Welt ist, was hat er uns dann gebracht? Die Antwort von Paulus und seinen Mitarbeitern war die Osterbotschaft: Jesus ist der Christus, weil er uns das Leben bringt. Und zwar das Leben mit Gott, das über den Tod in dieser Welt hinausgeht. In der Auferstehung von Jesus wird das zeichenhaft sichtbar.
Für viele Menschen heute ist es unverständlich, dass es eine Wirklichkeit geben soll, die über diesen Moment im Hier und Jetzt hinausgehen soll. Unser Wirklichkeitsverständnis ist radikal gegenwartsbezogen, weil alles darüber hinaus für uns Menschen unverfügbar ist. Wir können weder in die Vergangenheit, noch in die Zukunft reisen, um die Dinge zu ändern. Es ist jedoch ein Merkmal von Religion, dass hier Wirklichkeit in einer viel größeren Dimension gedacht wird. Paulus etwa sagt von Gott: "In ihm leben, weben und sind wir!" Darum stellt sich für ihn die Frage, in welcher Wirklichkeit wir das wahre Leben finden wollen – in der Gegenwart unserer Zeit oder in der Unvergänglichkeit bei Gott? Für ihn bricht in Jesus die neue Wirklichkeit Gottes an. Und für uns?
Der Autor ist Pfarrer in Zörbig.
Autor:Online-Redaktion |

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