Wort zur Woche
Wen wir repräsentieren
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Wochenspruch: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. Lukas 10, Vers 16a
Als Gott den Menschen erschaffen hat, hat er ihn zu seinem Bilde erschaffen. In den heidnischen Kulten repräsentierte das Bild im Tempel die dort verehrte „Gottheit“.
Von Thorsten Minuth
In der Schöpfung, die Gott als seinen Tempel gebaut hat, als den Ort, in dem er verehrt werden soll, repräsentiert der Mensch Gott. Er soll in Weisheit herrschen, also bebauen und bewahren – was ja das ist, was Gott im Allgemeinen tut.
Das gilt auch für den in Christus wiedergeborenen Menschen: Wie Gott dem Adam den Lebensodem eingehaucht hat, hat der Auferstandene seinen Jüngern den Heiligen Geist eingehaucht (Johannes 20.22) und uns zu seinen Botschaftern eingesetzt, die der Welt das Evangelium anbieten sollen. Die deutsche Botschafterin in London repräsentiert dort den deutschen Bundespräsidenten und handelt in seinem Namen. Wir Christen repräsentieren Christus in der Welt und handeln in seinem Namen. In jedem Christen ist Christus anwesend, wie sein Leib im Abendmahl gegenwärtig ist und wie Gottes Wort in den Wörtern der Heiligen Schrift gegenwärtig ist.
Als Repräsentanten Jesu sollen wir sein Evangelium vor der Welt bezeugen: Gott ist in seiner radikalen Liebe zu uns Menschen in Jesus Mensch geworden. So rettet er uns in dessen Leiden und Sterben vor seiner Gerechtigkeit und dem daraus zu Recht resultierendem Zorn über uns. Damit sollen wir die Menschen in ihrem Elend erreichen. Wir sind berufen, die Freiheit in der Liebe Christi zu verkündigen und die Menschen in diese Freiheit zu führen.
Freiheit bringt immer Verantwortung mit sich und ist stets damit verbunden, die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen zu tragen. Der gefallene Mensch wehrt sich dagegen. Deshalb reagierten die Verantwortlichen in Israel aggressiv auf Jesus.
Die Erwählten werden uns um Jesu willen lieben, die Verworfenen werden uns um Jesu willen hassen und verfolgen. Darin liegt unsere Verantwortung. Darin werden wir ihm gleich.
Der Autor ist Pfarrer in Wollin.
Autor:Online-Redaktion |
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