Predigttext zum Sonntag
Schwertfisch fürs Auto

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Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
Matthäus 10, Vers 34

Das ist doch nur ein pädagogischer Kniff, oder? Durch Übertreibung die Aufmerksamkeit wecken. Die Fromm-Beschaulichen aus ihrem Kirchentraum wecken, und die ruhelosen Fromm-Aktionisten zum Anhalten bringen.

Es ist leicht, ein Wort unseres Herrn glatt zu bügeln mit "das ist ja nur sinnbildlich gemeint". Heilsamer ist, es so stehen zu lassen. Wir teilen auch weiterhin die Überzeugung, dass Jesu Worte Frieden, Heil und Heilung bringen. Und das Schwert, das er bringt? Wird aus dem Schlichter ein Schlächter? Klingt ein wenig so. Soll auch so klingen. Jesus deutet an, wie teuer der Glaube an ihn werden kann. Um Jesu willen werden seine Nachfolger verfolgt und geächtet bis heute. Sie erleiden das Schwert.

Wo die Kirche es "geschwungen" hat – so urteilen wir Heutigen –, war sie in der Sackgasse der Selbstermächtigung. Wo sie es erlitten hat, auf dem Kreuzweg ihres Herrn. Schwert – Leidensbereitschaft für Jesus. Es ist die Frage Jesu an die Wahrhaftigkeit und Tiefe unseres Glaubens: Kirche, Getaufter, nimmst du dein Kreuz auf dich und folgst mir nach? Die Antwort kann nur Umkehr und Gebet sein. Die Bitte um die Kraft des Heiligen Geistes.

Schwert bedeutet auch Unterscheidung. Jesus bringt nicht Freude und Eierkuchen, sondern die Wahrheit. Jesu Wahrheit ist scharf, spitz und gefährlich; das Schlachtmesser für unseren inneren Schweinehund. Die Spitze heißt: Jesu Wahrheit ist für alle gültig. Das tut jedem weh, der meint: Jeder wird nach seiner Fasson selig. Die Schärfe dieser Schwertwahrheit heißt: Es ist die einzige Wahrheit. Die einzige für jeden. Die einzige, die nicht nur als Richtigkeit in der Zeit, sondern als Wahrheit in der Ewigkeit gilt. Wer das bekennt, hat Streit auf dem Hals.

Auch unsere einseitig tolerante Gesellschaft widerspricht, und die Netzwerke glühen. Doch es bleibt dabei: Der Mensch ist vor Gott ein Rebell. Stich! Er braucht Vergebung! Er muss sein Leben unters Kreuz legen, dann wird ihm ein neues geschenkt. Punkt. Aus Gnade! Diese Klarheit bringen Jesu Schwertworte.

Ich werde jetzt nach draußen gehen und den Fischaufkleber von meinem fast klimaneutralen Kleinstwagen abziehen. Wenn schon Aufkleber, dann die ganze Wahrheit. Sobald es den richtigen gibt, kommt er wieder drauf. Es müsste ein Schwertfisch sein.

Michael Nicolaus, Pfarrer in Großgrabe und Oßling
Autor:

Online-Redaktion

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