Platz für jede und jeden – So stelle ich mir den Himmel vor

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Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.
Lukas 13, Vers 29

Seit geraumer Zeit erhalte ich gelegentlich merkwürdige E-Mails rechten Inhalts. Meistens werden sie von mir sofort gelöscht. Ein beigefügtes Foto prägte sich mir jedoch ein: Inmitten einer großen Menschengruppe dunkelhäutiger, ganz unterschiedlicher Menschen stand etwas verloren ein kleines blondes Kind wie angeklagt. Die zahlreichen Menschen ringsum beugten sich zu ihm herab. Mit scheinbar vorwurfsvollem Unterton fragen sie es: „Wo kommst du denn her???“ Die Unterschrift zu jenem Foto: Deutschland 2030!
Wie viele Ängste, Befürchtungen und schräge Gedanken stecken hinter so einem Bild! Ich war innerlich aufgewühlt. Habe ich doch ganz andere Bilder vor Augen. Zu meinem Freundes- und Bekanntenkreis gehören so viele Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft. Meine Enkelinnen haben einen Vater, der aus Peru kommt, und der andere Teil der Familie mit einer wunderbaren anderen Oma lebt in Lima.
Mit meinen Konfirmanden habe ich gerne aus einer Konfirmandenarbeitsmappe ein anderes Bild angeschaut, wenn wir über das Thema „Abendmahl“ sprachen. Viele Menschen aus vielen Nationen sitzen um einen reich gedeckten Tisch. Alle haben genug zu essen, alle sind im Gespräch miteinander. So unterschiedlich sie auch aussehen, Männer und Frauen, Junge und Ältere, Dunkelhäutige und Hellhäutige, alle scheinen glücklich und sind auf Augenhöhe im Gespräch miteinander. Für jeden und jede ist Platz und Nahrung genug. So stelle ich mir den Himmel vor. Alle versammelt am Tisch des Herrn beim Fest des Lebens. „Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“
Einen kleinen Abglanz erlebe ich, wenn wir alle bei Tisch sitzen, mein peruanischer Schwiegersohn und meine kleinen dunkeläugigen Enkelinnen, in Gedanken verbunden mit dem anderen Teil der Familie auf dem südlichen Teil unserer Erdkugel, wenn wir dann das Tischgebet sprechen: “Segne, Vater, diese Speise, uns zur Kraft und dir zum Preise!“
Elke Schenk, Pastorin im Kirchspiel Treben-Gerstenberg Wort zur Woche

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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