Magdeburg
Lichter-Löwe lädt ins Dommuseum ein

Magdeburger Lichterwelt: Vor dem Dommuseum steht nun ein leuchtendes Löwenköpfchen als neues Element der winterlichen Stadtbeleuchtung. | Foto: Thomas Nawrath
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Unscheinbare zwei Zentimeter misst das mittelalterliche Kleinod, das nun im Dommuseum neu präsentiert wird: ein goldenes Löwenköpfchen von der Krümme eines Bischofsstabes. Gefunden wurde es bei Ausgrabungen im Dom.

Von Thomas Nawrath

Der heimliche Star des Magdeburger Dommuseums Ottonianum erstrahlt völlig neu: Das goldene Löwenköpfchen hat im Ausstellungsbereich zu den Magdeburger Erzbischöfen eine komplett neu gestaltete Präsentation erhalten. „Die Initiative für die grundhafte Umgestaltung der Ausstellung ging vom Förderverein Magdeburger Dommuseum aus“, sagte die Kuratorin des Dommuseums, Ulrike Theisen, in der Vorweihnachtszeit in Magdeburg.

Damit sei das wertvolle goldene Kleinod jetzt noch besser zu erleben. Es werde in seiner samtrot ausgeschlagenen Vitrine direkt angestrahlt und ziehe so in der abgedunkelten Erzbischofsbox die Blicke der Besucher förmlich an.

Dank der modernen Visualisierung können die Besucher viel besser verstehen, wie das lediglich zwei Zentimeter große Löwenköpfchen im frühen 12. Jahrhundert zur Zierde am Ende eines Bischofsstabes gefunkelt hatte. Auf einigen bronzenen Grabplatten von Erzbischöfen im Magdeburger Dom seien ganz ähnliche Verzierungen an den Krümmen der Bischofsstäbe zu sehen, sagte Theisen.

Deshalb sei beispielhaft eine lebensgroße Schwarz-Weiß-Zeichnung der Grabplatte von Erzbischof Friedrich von Wettin (1142–1152) gewählt und als Druck in die Ausstellung eingefügt worden. Darauf sind „farblich abgesetzt der hölzerne Bischofsstab, die Krümme aus Elfenbein und das Löwenköpfchen aus Gold zu sehen“, ergänzte Theisen.

Nach Auskunft des Archäologen Rainer Kuhn, der zugleich zweiter Vorsitzender des Fördervereins ist, wurde das Schmuckstück von seinem Team am 16. April 2009 bei Forschungsgrabungen im Magdeburger Dom entdeckt. Es habe im nördlichen von drei beräumten Gräbern aus dem Vorgängerbau des heutigen Doms gelegen. Das goldene Löwenköpfchen wurde in der untersten Schicht, etwa zweieinhalb Meter unter dem Niveau des Fußbodens im 12. Jahrhundert, freigelegt.

Das Löwenköpfchen ist trotz seiner geringen Größe auffallend plastisch gestaltet. Der Kopf besteht aus massivem Gold und zeigt geradezu freundliche Gesichtszüge, erläuterte Kuratorin Theisen. Mit der wallenden Mähne und seiner sehr detailreichen Ausführung sei es ein ganz besonderes Schmuckstück für das 12. Jahrhundert.

Das Dommuseum Ottonianum Magdeburg wurde im November 2018 in einem historischen Bankgebäude eröffnet. Die Ausstellung zeigt hunderte Objekte aus archäologischen Grabungen vom Domplatz und aus dem Dom. So wird die Geschichte der Kirchenbauten vom 10. bis 16. Jahrhundert anschaulich präsentiert. Zur Ausstellung zählen zudem Steinskulpturen aus dem Gotteshaus, moderne Computervisualisierungen sowie 3D-Drucke historischer Objekte.

(epd)

Tipp: Dommuseum Ottonianum Magdeburg, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

dommuseum-ottonianum.de

Magdeburger Lichterwelt: Vor dem Dommuseum steht nun ein leuchtendes Löwenköpfchen als neues Element der winterlichen Stadtbeleuchtung. | Foto: Thomas Nawrath
Es weist auf diesen historischen Fund im Museum hin. | Foto: Thomas Nawrath
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Thomas Nawrath

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