Blickwechsel: Ins holländische Naarden kommen nun wieder Besucher - nicht nur aus Tschechien
Comenius letzte Ruhestätte

Blick ins Comenius-Mausoleum in Naarden
  • Blick ins Comenius-Mausoleum in Naarden
  • Foto: Foto: Andreas Herrmann
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Von Andreas Herrmann

In diesem Jahr jährt sich zum 350. Mal der Todestag des tschechischen Theologen, Philosophen und Pädagogen Johan Amos Comenius (1592–1670). Comenius war überzeugt von der Bildungsfähigkeit aller Menschen und entwickelte die erste systematisch aufgebaute Pädagogik der Neuzeit. Rousseau, Fröbel, Pestalozzi und Montessori und viele andere haben sich von seinen Ideen inspirieren lassen. Das Jubiläumsjahr bietet Anlass für einen Reisetipp zum Besuch an seinem Grab im niederländischen Naarden.

Warum Comenius im eine halbe Autostunde von Amsterdam entfernten Festungsort Naarden beigesetzt wurde, gilt als ungeklärt. „Wir wissen es nicht genau“, sagt Dr. John Exalto, der neue Direktor des Comenius Museums in Naarden. Man vermutet, dass er in der hiesigen wallonisch-reformierten Kirche Freunde hatte: Der damalige Pfarrer trug den Namen de Geer und war eventuell mit Louis de Geer verwandt – einem reichen Unternehmer, Kaufmann und Großgrundbesitzer, dem Comenius wichtige Arbeits- und Lebensmöglichkeiten in Amsterdam verdankte.

Lange Zeit herrschte um das Comenius-Grab Stille. Erst als man ihn als Pädagogen wiederentdeckte und sich gleichzeitig in seiner Heimat Tschechien im 20. Jahrhundert ein neues Nationalbewusstsein entwickelte, begann Naarden als Ort seiner letzten Ruhe interessant zu werden. 1937 wurde das Mausoleum restauriert und zum Teil mit alter Kunst aus Tschechien dekoriert.

Tausende Menschen, darunter viele Tschechen, sind seitdem hierher nach Holland gekommen, um dem im mährischen Nivnice geborenen Nationalhelden die Ehre zu erweisen. Auch ein kleines Comenius-Museum war entstanden, das 1992 mit dem heutigen Mausoleum zu einem Gebäude zusammengeführt wurde.
Hier gibt es die Dauerausstellung „Mundus Comenii“ (Die Welt des Comenius). Sie wurde ermöglicht über eine Kooperation mit dem Comenius Museum in Uherský Brod und Unterstützung des tschechischen Kulturministeriums. Die Schau bietet Einblicke in Leben und Werk von Jan Amos Komenský – so sein tschechische Name.

Vier wichtige Themen aus seinem Leben werden präsentiert: Religio, Respublica Litteraria, Scientia et Educatio und Politica.

Die Texte sind in drei Sprachen verfügbar: Niederländisch, Tschechisch und Englisch. Die Zusammenstellung der Ausstellung ermöglicht es, Informationen auf verschiedenen Ebenen zu erhalten; von einer groben Übersicht bis hin zu detaillierten Inhalten. Auf diese Weise kann jeder Besucher seinen eigenen Weg finden. Es gibt auch Audio-Touren, die tiefer in die Inhalte eintauchen.

Neben dieser ständigen Ausstellung finden auch Sonderausstellungen statt – aktuell eine zum Thema Reformpädagogik, denn mehr als zwei Jahrhunderte nach Comenius belebten sich seine pädagogischen Ideale im frühen 20. Jahrhundert in der Reformpädagogik.

comeniusmuseum.nl

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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