Andacht zum Weltgebetstag
Zum Feiern zu Hause

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Eröffnungs-Ruf
Meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke, mein Licht,
Christus meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich
und fürcht' mich nicht,
auf dich vertrau ich
und fürcht' mich nicht.

Licht anzünden

Gebet
Aus dem Winter in den Frühling
aus der Kälte in die Wärme
aus dem Dunkel ins Licht.
Du, Gott, schaffst Licht und Wärme,
gibst Hoffnung und Zuversicht.
Schenk davon auch mir.
Amen.

Lied (EG 369, 1)
Wer nur den lieben Gott lässt walten
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

Aus Psalm 62
Meine Seele ist stille
zu Gott, der mir hilft.
Denn er ist mein Fels,
meine Hilfe, mein Schutz,
dass ich gewiss nicht fallen werde.
Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre,
der Fels meiner Stärke,
meine Zuversicht ist bei Gott.
Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute,
schüttet euer Herz vor ihm aus;
Gott ist unsere Zuversicht.
Meine Seele ist stille
zu Gott, der mir hilft.
Denn er ist mein Fels,
meine Hilfe, mein Schutz,
dass ich gewiss nicht fallen werde.
Amen.

»Worauf bauen wir?« –
so das Motto des Weltgebetstags, der in diesem Jahr aus Vanuatu kommt. Ein Inselstaat, dessen Name oft irritierte Gesichter hervorruft: »Wo liegt denn daaas?« Weit weg, genauer: 15?563 km von Soest entfernt.
»Worauf bauen wir?« – so fragen die Frauen des Weltgebetstags-Komitees, die in einem Südseeparadies leben mit exotischen Fischen und Traumstränden, die Touristen aus aller Welt anlocken.
»Worauf bauen wir?«, wenn die Besucher pandemiebedingt ausbleiben, wenn Vulkane Angst und Schrecken verbreiten und verheerende Zyklone das Land verwüsten?
Vanuatu ist laut Weltrisikoindex weltweit am stärksten Gefährdungen ausgesetzt und hat kaum Ressourcen, diese zu bewältigen. Ganz an der Spitze stehen Gefährdungen durch die Folgen des Klimawandels. Nicht durch sie selbst verursacht, sondern durch die reichen Länder, durch uns. Kein Wunder, dass Vanuatu vor den Internationalen Gerichtshof zieht, um die Länder zu verklagen, die ihm die Lebensgrundlage entziehen …
»Worauf bauen wir? Was trägt unser Leben, wenn alles ins Wanken gerät?« – So fragen uns die Frauen, und wir stellen uns vor, gemeinsam mit ihnen auf einer selbstgeflochtenen Matte zu sitzen und Laplap, das Nationalgericht, zu verspeisen.
Einander betrachtend, kommen wir ins Gespräch: »Was trägt euch?« Sie denken nach und antworten: »Die Gemeinschaft untereinander, das Verbundensein. Der Glaube an Gott, den Schöpfer, der uns solchen Reichtum an fruchtbarer Erde, an Pflanzen, Früchten, Tieren beschert hat. – Und ihr, worauf baut ihr?«
Wir überlegen: »Oft auf uns selbst. Auf unseren Verstand und das, was wir leisten. Unser Lebensstandard ist recht hoch, der will gehalten werden. Aber wir brauchen auch Gemeinschaft. Die erfahren wir in unseren Frauenhilfegruppen – und das trägt uns, wenn's schwierig wird.«
Die Frauen aus Vanuatu beißen ein Stück von ihrer Maniokfüllung, in Bananenblatt gewickelt, ab und nicken. Frauensolidarität kennen auch sie: »Allein wären wir verloren. Wir haben keine Lebensversicherung, keine Rente, kaum eine medizinische Versorgung. Wir brauchen einander sehr. Wir brauchen euch. Wir brauchen Gott – auf ihn als Grund bauen wir.«
Wie ginge das Gespräch wohl weiter? Wenn Sie mögen, schreiben Sie einmal auf, worauf Sie bauen. Hier und jetzt ist Zeit dazu: »Ich baue auf …» oder »Ich baue darauf, dass …«
Vermutlich ist Ihnen manches eingefallen, was Ihnen Grund unter die Füße gibt. Es ist gut, sich dies bewusst zu machen.
Einen anderen Aspekt zeigt uns der Bibeltext auf, der dem Motto zugrunde liegt, nämlich das Gleichnis vom Hausbau aus Matthäus 7, Verse 24–27. Wer klug ist, baut sein Haus auf Jesu Worte aus der Bergpredigt; dessen Haus hat Bestand. Wer nicht klug ist, hört die Worte zwar, setzt sie aber nicht um. Der wird es ergehen wie einer Hausherrin, die erlebt, dass ihr Haus zusammenfällt.
Die Anleitung zum stabilen Hausbau ist eindeutig: Auf Jesu Worte hören und sie tun. – Doch mal ehrlich: Können wir angesichts der Fülle an Anweisungen aus Matthäus 5–7 anders als resignieren: »Das schaffe ich ohnehin nicht …?«
Man könnte ein solches Gefühl aus der Körperhaltung der Frau im Bild zum Weltgebetstag Vanuatu 2021 von Juliette Pita herauslesen: Ein eingesunkener Körper, gebeugter Rücken, hängende Schultern … Eine krumme, gebeugte Palme, nackte Wurzeln, tosende Wellen …
Wären da nicht die bunten fröhlichen Farben! Und: Wäre da nicht das Kind! Das Kind, das in aller Seelenruhe trinkt. Ihm machen Wellen und Stürme nichts aus. Vertrauensvoll birgt es sich in den Schoß der Mutter, deren gebeugter Rücken es schützt. Keine Spur von Resignation. Im Gegenteil: Aufbegehren gegen alle Mutlosigkeit und scheinbare Ohnmacht! Bergen, schützen und geborgen sein – das drückt die Körperhaltung aus.
Das erleben wir bei der Weltgebetstags-Arbeit und an anderen Orten: dass wir wie ein Kind in Gott geborgen sind, gestärkt werden und darauf vertrauen, dass er die Welt am Leben erhält – durch und mit uns.
Zum Beispiel so: Jede von uns setzt etwas um von dem, was Jesus in der Bergpredigt als Bauanleitung ausgibt für ein gelingendes Leben miteinander auf dieser Welt: Die eine gibt eine Spende, die andere gibt einen Mantel ab, den sie übrig hat. Eine andere verteilt WGT-Tütchen mit bienenfreundlichen Samen, eine setzt sich für polnisch-deutsche Versöhnung im Kinderkrankenhaus Warschau ein, eine betet regelmäßig, eine geht mit Fridays for Future auf die Straßen, eine andere übt sich in Verzicht auf Plastikverpackungen, eine weitere verzeiht. Und viele halten mit Kraft und Ideen ihre Gruppen zusammen, telefonieren, verteilen Andachten, Kekse, Frühlingsblumen …
Viele Bauarbeiterinnen an vielen Stellen, geborgen und gestärkt, das Haus auf guten Grund gebaut. Der Rohbau: schon zu sehen. Das Richtfest: kommt noch. Freuen wir uns drauf!

Amen.

Lied (EG 369, 3)
Man halte nur ein wenig stille
und sei doch in sich selbst vergnügt,
wie unsers Gottes Gnadenwille,
wie sein Allwissenheit es fügt.
Gott, der uns sich hat auserwählt,
der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt.

Gebet
Noch ist das Jahr jung.
Du, Gott, bist jung und alt zugleich,
immer schon da,
immer an meiner Seite.
Dir vertraue ich an,
was mich bedrückt:
die Angst vor der Zukunft,
die Sorge um die Gesundheit
und die Auswirkungen der Pandemie,
die Einsamkeit, die Not der Welt
mit Krieg, Hunger, Flucht und Elend.
Du weißt, was mir fehlt.
Hilf mir, stille zu sein
und mit deiner Hilfe zu rechnen.
In der Stille bringe ich vor dich …

Vaterunser
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme,
dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben
unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.

Amen.

Lied (Nach EG 369, 7)
Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu.
Denn welche ihre Zuversicht
auf Gott setzt,
die verlässt Gott nicht.

Segensbitte
Stille sein und vergnügt sein will ich
und auf deinen Wegen geh'n.
Treu das Meine tun
und auf deinen Segen trauen –
das will ich versuchen.
Hilf mir dabei,
Gott meiner Zuversicht!
Begleite mich und die Welt
mit des Himmels reichem Segen.

Amen.

Die Andacht wurde von der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen erarbeitet. Autorinnen: Lindtraut Belthle-Drury, Claudia Montanus, Birgit Reiche, Manuela Schunk und Angelika Weigt-Blätgen

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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