Treffen der Kreispräsides
Neue Gesichter, heiße Themen
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Die Kreispräsides der EKM kamen erstmals nach den Wahlen im vergangenen Jahr zu einer Tagung in Erfurt zusammen.
Von Angelika Reiser-Fischer
Erfurt. Dieter Lomberg, der Präses der Landessynode, hatte sich auf ein Gespräch zum Thema „Profile von Kirchenkreisen“ vorbereitet. 32 der insgesamt 37 Kreispräsides, der Vorsitzenden der Kreissynoden also, hatten sich angekündigt. „Die Kirchenkreise sollten nachdenken: Welches Profil würde passen? Lutherische Kirche, Familienkirche, Feiertagskirche? Wie groß ist überhaupt die Bereitschaft für ein Profil?“, so seine Erwartungen.
Eine Chance, ein neuer Weg – das bewegte viele der Angereisten. Schließlich steht für einige in den kommenden Monaten eine Fusion der Kirchenkreise an. Mitgliederschwund und ökonomische Aspekte lassen dies zwingend erscheinen.
So streben die Kirchenkreise Eisenberg und Jena eine Fusion an – es gibt eine Steuerungsgruppe, bis 2028 soll der Fahrplan stehen, erklärt die Eisenberger Synodenpräses Margarete Richter. Beschlossen haben beide Kreissynoden das Zusammengehen zum 1. Januar 2028 bereits. Die Überlegungen dazu seien bisher sehr einvernehmlich verlaufen, nur noch wenige kleinere Punkte gäbe es zu klären, sagt Rainer Thiel, Präses der Kreissynode des Kirchenkreises Jena.
Christiane Melzig aus der Kreissynode Saale-Unstrut hat diesen Prozess gerade hinter sich. Seit Januar sind die Kirchenkreise Naumburg-Zeitz und Merseburg zum neuen Kirchenkreis Saale-Unstrut verschmolzen. „Nun wird uns schon die nächste Fusion angetragen, mit Halle und Sangerhausen." Diese betreffe die Zusammenlegung der Kreiskirchenämter, sagt sie. Neue Unsicherheiten, neue Struktur-Debatten. „Wir beschäftigen uns immer wieder mit uns selbst, wo bleibt unser inhaltlicher Diskurs?“
Erik Hannen aus Egeln beschäftigt vielmehr, dass durch immer weniger Gemeindemitglieder auch das Gemeindeleben einschläft. Weihnachten ohne Pfarrer? Gottesdienste nur mit Ehrenamtlichen? Manche Gemeinden fühlen sich allein gelassen. Er wünscht sich mehr Unterstützung und Kontakt auf Augenhöhe zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. Ewas ganz anderes bewegt Hans-Joachim Schulz aus Salzwedel: „Wir haben in unserer ländlichen Region so viele Kirchengebäude, über 400. Wir können nicht alle erhalten. Ein Pfarrer in unserem Kirchenkreis lädt regelmäßig zu Treffen zu diesem Thema ein. Da kommen über 30 Leute. Aber was ist die Lösung? Kulturvereine?“
Dieter Lomberg, der Präses der Landessynode, resümierte nach zwei Tagen: „Ein positives Fazit des Austausches“. Allerdings hätten „die Präsides noch immer nicht den Stellenwert, den ihnen die Verfassung zuschreibt“. Und: Mehr Informationsaustausch, mehr in Entscheidungen einbezogen zu sein – das wünscht man sich an der Basis. Wir beschäftigen uns immer wieder mit uns selbst, wo bleibt unser inhaltlicher Diskurs?
Autor:Online-Redaktion |

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