Kommentiert
Zündschnur fasten
- hochgeladen von Beatrix Heinrichs
Von André Poppowitsch
Wenn am Aschermittwoch die Passionszeit beginnt, rückt etwas in den Blick, das voll im Trend liegt: das Fasten. Intervallfasten, Heilfasten, Scheinfasten, Basenfasten, Wasserfasten – Möglichkeiten gibt es viele, um dem Körper etwas Gutes zu tun. Dass die Fastenzeit nicht nur dazu dient, die Pfunde purzeln zu lassen oder den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, wird dabei freilich vergessen.
Durch den Verzicht soll der Blick frei werden auf das, was belastet, und zeigen, wo es gilt umzukehren. Die Fastenzeit soll den Geist öffnen für die Beziehung zu Gott und für den eigenen Glauben. Das gilt für Christen und auch für Muslime: Ihr Fastenmonat, der Ramadan, beginnt in diesem Jahr am 18. Februar – zeitgleich mit der christlichen Passionszeit – und endet am 20. März.
Als Christen haben wir schon am Aschermittwoch eine Perspektive: den Karfreitag und den Ostersonntag. Wir können uns fragen, was in unserem Glaubensleben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und wir können die Fastenzeit nutzen und schauen, wie es um unser Zusammenleben angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Härte bestellt ist.
Wie schnell entlädt sich das Unverständnis über andere Meinungen in Aggressivität. Das Einfühlungsvermögen scheint geringer und die Zündschnur kürzer zu werden. Nicht ohne Grund steht über der evangelischen Fastenaktion das Motto „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“.
Autor:André Poppowitsch |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.