Freitag, vor eins ...
Unsere Seite 1 - Vive le Bambi!

G+H Nr. 47 (24. November, Ewigkeitssonntag)
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Im "Feschtspielhaus" in Baden-Baden gab es gestern alles, was beste Samstagabendunterhaltung zu bieten hat - und das an einem Donnerstag: Theatertränen, Fremdschämmomente, Frauenpower und einen Bambi für junge Christen.

Seit gestern ist der Vorrat an Small-Talk-Wissen wieder aufgefüllt - Halleluja! Wir wissen dank Christ Tall, was "integrative Comedy" ist und, dass man sich im humorigen Fach ganz schnell verbal vergaloppieren kann - live, in Farbe, im Ersten. Auch, dass Dankbarkeit laut Thomas Gottschalk im Showgeschäft an sich noch keine Größe ist. Wir wissen, dass Frank Elstner zu lange Hosen ja so egal sind - was ihn ja so sympathisch macht. Wir haben erlebt, dass selbst Schauspielerinnen von Weltrang wie Naomi Watts aufgeschmissen sind, wenn der Teleprompter aussteigt. Und, dass man Ursula von der Leyen unbedingt einladen sollte, wenn man dem ganzen Glamour ein bisschen Tiefe und Würde verleihen will. Also: Vive l'Europe, vive le Bambi! Totgesagte leben ja bekanntlich länger.

Insgesamt 21 goldene Rehe fanden bei der diesjährigen Bambi-Verleihung ein neues Gehege. Seit Jahren schon muss sich der Fernseh- und Medienpreis der Hubert Burda Holding vorrechnen lassen, dass er langweilig sei, immer am selben Preisträgerteich angeln gehe, ergo keine Relevanz mehr besitze und sowieso: Auf die Skandale , die er zuweilen produziert, könne man doch verzichten. Mag ja alles sein, aber ich muss bekennen: Ich hatte einen kurzweiligen Fernsehabend. Freilich gab es viel Show-Babäm, da wo es gar nicht nötig gewesen wäre, gespielte Überraschung und ein paar einstudierte Witze. Aber es gab eben auch rührende Momente und den Hinweis darauf, dass man Bedeutung nicht allein an Kinozuschauern, verkauften Tonträgern oder Youtube-Followern messen kann.

So wurde etwa mit der "72-Stunden-Aktion" des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) auch ehrenamtliches Engagement junger Christen ausgezeichnet. Im Frühjahr hatte der BDKJ dazu aufgerufen, in 72 Stunden soziale Projekte umzusetzen. Auch in der EKM hatten Verbände, evangelische und katholische Jugendgruppen an der Aktion mitgewirkt. Im thüringischen Holzthaleben zum Beispiel entstanden auf dem örtlichen Spielplatz Sitzgelegenheiten für einen "Mehrgenerationen-Dreh-und-Angelpunkt". In Hamma bei Nordhausen wurde ein ungenutztes Gartengrundstück der Kirchengemeinde zum Bienengarten umgestaltet. Stellvertretend für die über 160.000 Jugendlichen, die sich bundesweit an der Aktion beteiligt hatten, nahmen Elena, Magdalena, Jule und Claudio den Bambi gestern Abend von Thomas Gottschalk entgegen. Und sie begeisterten mich: Während gestandene Showgrößen fein ausgearbeitete Dankesreden vom Zettel verlesen, sprudeln diese vier nur so - locker und fröhlich werben sie fürs Ehrenamt. Sie erzählen davon, wieviel Spaß es macht etwas Gutes zu tun - nicht allein für sich, sondern mit und für andere. Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Menschlichkeit zählen - auch das Worte, die an diesem Abend in Baden-Baden fielen.

Ein menschliches Thema, das allerdings immer noch ein Tabu ist, beschäftigt uns in dieser Woche: der Tod. Lesen Sie mehr über Sargbauseminare und Letzte-Hilfe Kurse in der aktuelle Ausgabe der Kirchenzeitung. Gute Lektüre!

Unsere Themen:

  • Makabre Bastelstunde: Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) bot erstmaligein »Seminar mit Sargbau« an. Für die Teilnehmer, die aus ganz Deutschland kamen, ein Anlass, sich mit dem Tod zu beschäftigen. Paul-Philipp Braun war in der Werkstatt dabei. 
  • Den Tod studieren: Rund um den Tod wird vielfalsch gemacht, sagt Rupert Scheule. Er ist Initiator eines Masterstudiengangs zum besseren Umgang mit Sterben und Trauer.
  • Solidarität in Schwarz: Das Frauenwerk der Landeskircheprotestiert gegen geschlechtsbezogene Gewalt. Donnerstags setzen sie mit Trauerkleidung ein Zeichen. Reaktionen bleiben nicht aus.

Außerdem:

  • Kontroverse: Soll Augsburger Bekenntnisschrift revidiert werden? Ein Pro und Kontra zur Confessio Augustana von Friederike Spengler, Pröpstin für Gera-Weimar und  Bernhard Halver, Pfarrer am Dom zu Merseburg.
  • Südkorea: Eine christliche Schule gibt geflüchteten Jugendlichen aus Nordkorea Rüstzeug für die Freiheit.

Neugierig geworden?

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Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

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