Freitag vor eins...
Unsere Seite 1 - Verkauft oder gelöscht?
- hochgeladen von Beatrix Heinrichs
Nach sechs Woche habe es "gezündet", sagte Sebastian Ulbrich vom Kirchenvorstand der katholischen Gemeinde in Erfurt in der vergangenen Woche gegenüber dem Spiegel. Am 20. April erschien dort ein Text, in dem der Kirchenvorstand erklärte, wieso die Crucis-Kirche für weniger als 100 000 Euro auf der Internet-Plattform kleinanzeigen.de steht. "Glaube+Heimat" hatte im Übrigen schon einige Wochen zuvor über die ungewöhnliche Marketingaktion berichtet.
Von Paul-Philipp Braun
Doch was fast sieben Wochen hielt und neben dem Spiegel auch die Thüringer Allgemeine, T-Online und einige andere Medien auf die Erfurter Kirchenproblematik aufmerksam machte, ist nun vorbei. Internetportal löscht Anzeige zum Kirchenverkauf wegen Beschwerden meldete am vergangenen Mittwoch die Katholische Nachrichtenagentur. Und in der Tat: Wer noch eine Erfurter Kirche kaufen möchte, der kann sich in diesen Tagen nicht mehr auf das Internet verlassen. Auch Claudia Meindl vom Kirchenvorstand hat diese Entwicklung beobachtet: "Wir hatten gerade Erfolg mit unserer Aktion, als Kleinanzeigen unser Angebot offline nahm. Jetzt schauen wir gerade, ob es Sinn hat, für eine Rückkehr der Anzeige auf die Plattform zu kämpfen."
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Inwiefern das Thema wirklich noch relevant ist, ist in der Tat fraglich, denn das Ziel der Aufmerksamkeit haben die Katholiken erreicht. Rund 10 000 Menschen hatten die Anzeige aktiv geklickt, etwa 500 hatten sie sich gesichert. "Und wir haben Dutzende Anfragen und Interessensbekundungen erhalten", sagt Sebastian Ulbrich. Die Nutzungsmöglichkeiten seien vielfältig, sagt Ulbrich und ergänzt, dass der Kirchenvorstand nun mit einzelnen Interessierten in einen näheren Austausch kommen wolle. "Zuerst müssen wir aber erklären, dass unsere Anzeige kein Scherz war und das Geheimnis der Anzeigenlöschung uns auch noch nicht ganz klar ist", sagt Claudia Meindl.
Wieso die Anzeige gelöscht wurde, dazu hüllt sich die Plattform Kleinanzeigen derzeit in Schweigen. Angeblich werde dem Kirchenvorstand durch die Plattform eine gewerbliche Nutzung unterstellt, heißt es.
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