Garnisonkirchturm
Stiftung will 2026 Finanzierungsprobleme lösen

Foto: epd-bild/Christian Ditsch
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Vom Symbolort antidemokratischer Kräfte zum Ort der Demokratiebildung: Der neue Potsdamer Garnisonkirchturm lädt zu Bildungsprojekten ein und kämpft zugleich mit Geldproblemen beim Betrieb. Die Kirche hofft auf neue Zuwendungen.

Potsdam (epd). Das Jahr 2026 soll für den neuen Potsdamer Garnisonkirchturm zu einem „Jahr der Entscheidung“ werden. Für die Finanzierung der fehlenden Mittel für den Betrieb müssten im Laufe des Jahres Lösungen gefunden werden, sagte Pfarrer Jan Kingreen vom Vorstand der Garnisonkirchenstiftung. Geplant sei, unter anderem mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Landeskirche, dem Kirchenkreis, dem Bund, dem Land Brandenburg und der Stadt Potsdam darüber zu sprechen. „2026 wird das Jahr der Entscheidung sein“, sagte der Theologe.

Die Besucherzahlen waren 2025 im ersten vollen Jahr nach der Eröffnung nach Stiftungsangaben mit rund 30.000 nur halb so hoch wie erwartet. Kingreen sagte, zum Ausgleich der fehlenden Einnahmen aus Eintrittsgeldern seien deshalb rund 250.000 Euro eingesetzt worden, die die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz zur Verfügung gestellt habe. Insgesamt hatte die Kirchenleitung 2025 bis zu 950.000 Euro aus einem kirchlichen Krisenfonds für einen Zeitraum von drei Jahren zugesagt.

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Kingreen, der auch Friedensbeauftragter der Landeskirche ist, sagte, auch private Stiftungen kämen als Geldgeber infrage, beispielsweise für die Bildungsarbeit. „Ich bin da zuversichtlich“, sagte der Theologe: „Aber wir müssen das 2026 eintüten, sonst wird es nicht funktionieren.“ Die Demokratie-Bildungsarbeit sei sehr stark nachgefragt, betonte er: „Allein im Jahr 2025 waren knapp 260 Gruppen in Formaten von 90 Minuten bis vier Tagen bei uns.“ Ziel sei eine von vielen Schultern getragene Finanzierung. Dabei sollte bedacht werden, dass der Turm auch über den Kirchenkreis und die Stadt hinaus von Bedeutung sei.

Bischof Christian Stäblein, der Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung ist, hatte kürzlich gefordert, ein sich selbst finanzierendes Betriebskonzept vorzulegen oder eine „Exitstrategie“ zu entwerfen. Dazu sagte Kingreen, dies könnte 2027 bevorstehen, falls keine Lösung gefunden wird. Dann müssten andere Szenarien entwickelt werden. Eine Schließung wäre jedoch keine gute Option. Einen Turm zu bauen, ihn mit einer kritischen Ausstellung auszustatten und ihn dann nicht öffentlich zugänglich zu halten, „das halte ich für einen ziemlich sinnfreien Zustand“.

Die Bauarbeiten am neuen Garnisonkirchturm hatten 2017 begonnen, 2024 wurde er eröffnet. Derzeit wird noch die rund 30 Meter hohe Turmhaube für das knapp 90 Meter hohe Bauwerk angefertigt. Die Finanzierung dafür ist laut Stiftung gesichert.

Zuletzt war der Garnisonkirchturm durch Farbschmierereien beschädigt worden. Die Polizei sei darüber am Neujahrstag informiert worden, teilte die Polizeidirektion West mit. Vor Ort sei auf der Rückseite des Bauwerks ein zwei Meter langer Schriftzug in roter Sprühfarbe festgestellt worden. Ein politisch motivierter Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden. Auf der Vorderseite des 2024 eröffneten Turms seien schwarze drei Meter lange Streifen und ein weiterer kleiner blauer Schriftzug festgestellt worden.
Sicherheitsmitarbeiter hätten zudem mitgeteilt, dass sie auf der außenliegenden Plattform abgebranntes Feuerwerk und Glasflaschen gefunden hätten, hieß es weiter. Es werde davon ausgegangen, dass sich bislang unbekannte Personen vermutlich über die Feuertreppe illegal Zugang verschafft und auf der Plattform Feuerwerkskörper abgefeuert haben. Die Kriminalpolizei ermittle wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch.

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Online-Redaktion

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