Schüsse auf das "Islamische Kulturcenter" in Halle
Mehr Engagement für Religionsfreiheit gefordert

Halle/ Berlin (kna) - Erzbischof Heiner Koch fordert nach der Brandstiftung in einer evangelischen Berliner Kirche und den Luftgewehrschüssen auf ein "Islamisches Kulturcenter" in Halle mehr Engagement für die Religionsfreiheit. "Wer Synagogen, Kirchen oder Moscheen angreift, anzündet oder anderweitig zerstört, meint nicht das Gebäude, er meint die Menschen, die darin Schutz und Gebets-Gemeinschaft suchen, die dort ihren Glauben bekennen", erklärte der Berliner Erzbischof. "Wer die Religionsfreiheit angreift, greift Menschen an, dem stellen wir uns gemeinsam entgegen."

In Halle hatte am Sonntag nach Angaben der Polizei ein 55-jähriger Mann mit einem Luftgewehr aus seiner Wohnung auf das "Islamische Kulturcenter" gegenüber geschossen. Menschen wurden nicht getroffen. Am Gebäude entstanden keine Schäden. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet, und die Ermittlungen laufen. Vor vier Jahren hatte es bereits mehrmals Schüsse auf die Moschee oder Menschen davor gegeben. Ein Täter konnte damals nicht ermittelt werden.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman A. Mazyek, betonte: "Wir dürfen Hass und Gewalt keine Chance geben, wir müssen weiterhin und gemeinsam Muslimfeindlichkeit, Antisemitismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit entschieden entgegentreten." Nach dem Terroranschlag auf die Synagoge in Halle sei bekannt, dass es beim Rassismus nicht bei Worten bleibe. "Unsere Gemeinde fürchtet sich und fühlt sich nicht sicher, deshalb sind die Gebete und Dienstleistungen der Moschee dadurch eingeschränkt und nur unter Polizeischutz machbar". Mazyek dankte der Polizei für diesen Schutz und für ihren Einsatz.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat nach dem Vorfall in Halle eine Bildungskampagne der Landeszentrale für politische Bildung angekündigt. Sachsen-Anhalt sollte nicht nur weltoffen sein, sondern jeder sollte sich auch sicher fühlen können, sagte Haseloff. Es sei entscheidend, dass die gesamte Gesellschaft dies unterstütze. Haseloff hatte nach eigener Aussage den Vorfall auch im Kabinett vorgetragen und sich über den aktuellen Ermittlungsstand unterrichten lassen.

Autor:

Online-Redaktion

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