Diakonische Arbeitgeber
Kein Spielraum für 1.000-Euro-Prämie

Foto:  epd-bild/Jens Schulze

Diakonische Unternehmen sind laut ihres Dachverbandes kaum in der Lage, ihren Beschäftigten eine Krisenprämie zu bezahlen. Die Bundesregierung sei gut beraten, diese Idee wieder zu beerdigen, hieß es auf Anfrage.

Berlin (epd). Nach Angaben des Verbands diakonischer Dienstgeber in Deutschland ist die Zahlung einer Krisenprämie von bis zu 1.000 Euro aus wirtschaftlichen Gründen bei den meisten evangelischen Unternehmen ausgeschlossen. «Die Regierung sollte diese Idee wieder beerdigen. Sie führt zu Erwartungen an die Unternehmen, die diese nicht erfüllen können», sagte Hauptgeschäftsführer Max Mälzer dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er schloss sich der Kritik anderer Unternehmensverbände an der Prämienzahlung an und schlug alternative staatliche Entlastungen vor, die dann besonders herausgeforderte Gruppen gezielt erreichten.

Die Koalition hat eine steuerfreie Krisenprämie von bis zu 1.000 Euro für Beschäftigte vorgeschlagen. Der Plan stößt seit Tagen auf Kritik der Unternehmerverbände. Aus ihrer Sicht verschiebt die Politik damit die Verantwortung für Entlastungen auf die Unternehmen - und das, obwohl viele Betriebe wegen der angespannten Wirtschaftslage schon unter Druck stünden.

Die Politik stelle den Mitarbeitenden eine Entlastung in Aussicht, die von den Unternehmen gezahlt werden soll, die wiederum selbst momentan dazu kaum in der Lage seien. «Das trifft auch auf diakonische Unternehmen zu», betonte Mälzer. Dazu komme, dass diese Zahlungen nicht refinanziert seien. Zudem werde im Zuge von Sparmaßnahmen derzeit sogar die Refinanzierung von schon beschlossenen Tariferhöhungen durch die Kostenträger zur Diskussion gestellt.

«Es ist aus unserer Sicht ziemlich abwegig, dass angesichts der fehlenden Refinanzierung, der wirtschaftlichen Lage sowie der in Aussicht stehenden weiteren Einsparungen einzelne Einrichtungen eine außertarifliche Prämie zahlen werden können», sagte Mälzer.

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Online-Redaktion

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