Mein Pilger-Blog (2)
Heilige Pforten und andere Türen
- Die Pilger der Hoffnung (3.v.l. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow und seine Frau Germana Alberti vom Hofe)
- Foto: Willi Wild
- hochgeladen von Willi Wild
Vom 18. bis 24. Oktober befindet sich eine Reisegruppe von Leserinnen und Lesern der Mitteldeutschen Kirchenzeitung „Glaube+Heimat“ und „Der Sonntag“, der sächsischen Kirchenzeitung, anlässlich des Heiligen Jahres in Rom. Reiseleiter und Chefredakteur Willi Wild schreibt hier seine Eindrücke und Erlebnisse nieder.
Tag 1 unserer Pilgerreise nach Rom. Nahezu perfekt lief der Auftakt ab. Alle Reiseteilnehmer waren pünktlich am vereinbarten Treffpunkt. Dort wurden wir von Flughafen-Seelsorgerin Bettina Klünemann und den ehrenamtlichen Helfern Marijke Haselau und Christian Mohr in Empfang genommen. „Nothing enters a closed mind“ (Nichts dringt in einen geschlossenen Geist ein), so stand es auf dem Andachtsblatt. Der Gang durch die Heilige Pforte oder überhaupt durch Türen öffnet den Geist, erweitert den Horizont, so Pfarrerin Klünemann in ihren Türen-öffnen-Gedanken. Die Pforte symbolisiert Jesus Christus, der sich als „die Tür“ bezeichnet. Das Durchschreiten ist eine Entscheidung, ihm zu folgen und sich leiten zu lassen (Joh 10,9).
Die Flughafenseelsorge betreut die 85.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens, erläuterte Pfarrerin Klünemann. Darüber hinaus ist sie und ihr Team von 20 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ansprechbar für alle Nöte und Fragen von Reisenden. Katastrophen, Kriege, Flucht und Vertreibung hätten auch Auswirkungen auf den Flughafen. Menschen in Not müssten betreut und versorgt werden. Auch das Gästebuch im Andachtsraum gibt ein beredtes Zeugnis von der wichtigen seelsorgerlichen Einrichtung. Der Flughafen ist eine Großstadt in der Großstadt Frankfurt. Täglich wird das Gelände von 200.000 Menschen bevölkert. Unser prominenter Reisebegleiter Bodo Ramelow erzählt, wie er 2024 eine Woche im Frankfurter Flughafen verbrachte. Zusammen mit Frank-Jürgen Weise hat er im Tarifkonflikt der Lufthansa mit dem Bodenpersonal erfolgreich die Schlichtung geleitet. Die Einigung wendete damals die Streiks zu Ostern ab.
Glücklicherweise sind wir von Streiks verschont geblieben. Planmäßig hebt der Airbus A321 mit 220 Passagieren ab. Wir sind längst nicht die einzige Pilgergruppe auf dem Weg in die Ewige Stadt. Eine Gruppe mit 380 Pilgern aus dem Bistum Speyer verteilt sich auf zwei Maschinen. Ein Teil fliegt mit uns. Am Flughafen Fiumicino angekommen, warten wir auf unser Gepäck. Obwohl bereits der Hinweis erscheint, dass die Koffer entladen seien und auch das Gepäckband stoppt, fehlen noch etliche Teile, darunter auch mein Koffer. Aber es handelt sich nur um ein Versehen. Das Band läuft nach einiger Zeit wieder an und die restlichen Gepäckstücke können in Empfang genommen werden.
Dass unsere Reise bestens vorbereitet ist, schrieb ich bereits im ersten Teil meines Pilger-Blogs. Und so wundert es nicht, dass wir gleich am Ausgang des Flughafens in Empfang genommen werden. Stadtführerin Renata bringt uns zum Bus und gibt uns einen Überblick und eine erste Orientierung über die italienische Hauptstadt am Tiber. Nach der Stadtrundfahrt erreichen wir unser Hotel. Es ist einfach, das Personal sehr freundlich und die Unterkunft ist sehr zentral gelegen. Direkt neben Roma Termini, dem Hauptbahnhof und Knotenpunkt der beiden U-Bahn-Linien. Eine von beiden werden wir morgen früh nutzen, um zum Abendmahls-Gottesdienst mit der evangelischen Gemeinde in der Christuskirche zu kommen.
Bleibt noch nachzutragen, dass ich bei „Alice“ am Abend Pizza gegessen habe. Passend zur Jahreszeit „Zucca e quattro formaggi“. Delizioso!
Autor:Willi Wild |
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