Diakonie
Schuch: Reform darf Versorgung nicht gefährden

Foto: Diakonie/Die Hoffotografen

Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch hat Einrichtungen der Diakonie in Dessau-Roßlau besucht. Dabei ging er auf aktuelle Herausforderungen für Pflegeeinrichtungen und soziale Dienste ein.

Dessau-Roßlau (epd). Wenn im Pflegeneuordnungsgesetz Tarifsteigerungen nicht mehr refinanziert werden, brächte das nach Einschätzung der Diakonie Deutschland gemeinnützige Träger in Existenznot. Die Reformpläne der Bundesregierung würden „damit die pflegerische Versorgung der Menschen“ gefährden, sagte Diakonie-Präsident Schuch in Dessau-Roßlau. Schuch hatte auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche Anhalts diakonische Einrichtungen besucht, um sich über die aktuellen Herausforderungen auszutauschen.

Für Schuch liegt eine dieser Herausforderungen darin, „eine würdevolle Versorgung der Menschen auch in ländlichen Regionen sicherzustellen“, obwohl die Zahl der Älteren steigt, während die Zahl von Pflegekräften sinkt. Dieser Fachkräftemangel sei nicht zu lösen, „indem wir Mitarbeitende in der Pflege weniger gut bezahlen“, sagte der Diakonie-Präsident. Er forderte stattdessen eine Pflegereform, die diese wichtige Arbeit vor Ort stärkt.

Schuch sagte weiter: „Wenn Menschen abgewertet und bedroht werden, müssen wir als Diakonie unsere Stimme für diese Menschen erheben.“ Die Diakonie sei „überparteilich, aber nicht wertneutral“. Deshalb werde Partei für jene ergriffen, die ausgegrenzt und benachteiligt sind. „Dies ist der Kern unserer Arbeit als Diakonie, die allen Menschen hilft, die Hilfe brauchen. Unabhängig davon, wo sie herkommen“, sagte Schuch.
Vor diesem Hintergrund bereite ihm das AfD-Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt Sorge, weil dessen Umsetzung „für viele Menschen im Land gravierende negative Folgen“ hätte. So könnte eine AfD-Landesregierung diakonischen Einrichtungen ebenso wie anderen sozialen Einrichtungen vor Ort Steine in den Weg legen.

In vielen Bereichen übernehme die Diakonie Aufgaben, die der Staat in dieser Breite, Nähe und Verlässlichkeit nicht leisten könnte. „Deshalb wünsche ich mir für die Menschen in Sachsen-Anhalt eine Landesregierung, die diese bewährten gemeinnützigen Strukturen stärkt und sicherstellt, dass es weiterhin vor Ort einen Pflegedienst, eine Kita und eine Beratungsstelle nahe bei den Menschen gibt“, ergänzte der Diakonie-Präsident.

Auch wenn die Pläne der AfD kritisiert würden, werde die Diakonie keine Wahlempfehlungen aussprechen. Stattdessen formulierte Schuch an die Menschen in Sachsen-Anhalt gerichtet die Frage: „Wollen Sie miteinander die Gesellschaft vor Ort gestalten oder wollen sie in Hass und Ausgrenzung gegeneinander leben?“

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Online-Redaktion

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