Evangelische Gemeinschaftsschule
Kleine Schule, große Nachfrage
- Lernen im Con-tainer: Bis zum Bezug der neuen Schulräume im Sophienhaus wird noch ein Jahr vergehen.
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Für die Evangelische Gemeinschaftsschule in Weimar geht es nach den Sommerferien in das vierte Schuljahr. Die Einrichtung in Trägerschaft des Michaelisstifts Gefell öffnete im Sommer 2023. Was mit einer Lerngruppe und nur 15 Kindern begann, ist inzwischen beachtlich gewachsen.
Von Conny Mauroner
"Aktuell unterrichten wir 77 Kinder der Klassen 1 bis 5. Die Lerngruppen sind nicht größer als maximal 20 Kinder. Jede Gruppe wird von zwei Pädagogen betreut", erklärt Christina Winterfeldt. Die Schulleiterin ist stolz auf diesen doch recht luxuriösen Betreuungsschlüssel. Der ist wohl eines der Erfolgsrezepte der Gemeinschaftsschule unweit von Weimars Innenstadt.
Das Interesse an Schulplätzen übersteige auch in diesem Jahr die Kapazitäten, so Winterfeldt. "Wir hatten rund 200 Anmeldungen, können im kommenden Jahr aber nur 38 neue Kinder aufnehmen." Der Auswahlprozess, berichtet sie, sei schmerzhaft. "Es ist ein ganzes Team aus Vertretern der Kirchengemeinde, der Schule und dem Sozialraumteam, das am Ende entscheidet, welche Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden können und welche nicht. Das ist kein schöner Prozess und auch nicht mein Lieblingstermin. Aber wir achten nun einmal sehr auf Vielfalt."
Was aber macht die Schule, die Gebühren verlangt, bei Eltern so attraktiv? Ramón Seliger von der Diakoniestiftung Thüringen, zu der auch das Michaelisstift Gefell gehört, fällt viel dazu ein: "Eltern kommen aus unterschiedlichen Gründen. Es gibt die, die das evangelische Profil schätzen. Dann gibt es die, die eine Gemeinschaftsschule bevorzugen und die Dritten suchen nach Inklusion. Und wieder andere favorisieren uns wegen des reformpädagogischen Profils."
Die Schule arbeitet jahrgangsübergreifend. Kinder der Klassen 1 bis 4 lernen gemeinsam und projektorientiert. "Zudem versuchen wir, alternative Lernorte zu finden. Unterricht muss nicht immer im Klassenraum stattfinden", sagt Seliger. Ein solches Konzept kommt der räumlichen Situation derzeit ohnehin entgegen. Denn allen Plänen zum Trotz konnte die Schule immer noch nicht ins Sophienhaus einziehen. Das angestammte Mutterhaus der Sophienschwesternschaft wird seit längerem für den Schulbetrieb ertüchtigt. "Die Bauarbeiten werden noch ein Jahr dauern. Im Sommer 2027 soll es endlich so weit sein.“ Bis dahin werden die dann 115 Kinder in Containern und einem Raum in der benachbarten Landenberger-Förderschule unterrichtet. "Das wird knackig, aber wir werden das stemmen", meint Seliger.
Für das neue Schuljahr haben sich Christiane Winterfeldt und ihr Team viel vorgenommen: Auf dem Campus soll es wieder gemeinsame Feste mit dem Seniorenheim, dem Kindergarten und auch der Förderschule geben. "Unser Erntedankfest wird ein großer Höhepunkt sein. Wir feiern auch zusammen im Advent. Auf jeden Fall müssen wir ,Campus tanzt‘ wiederholen. Dabei haben wir Groß und Klein gemeinsam in Bewegung gebracht."
Bewegung ist ohnehin ein Motto an der sonst eher musikalisch ausgerichteten Schule. Konzept, Projekte, Ideen – alles ist im Fluss. "Wir sind in einer Art Vorreiterrolle. Natürlich werden wir auch Fehler machen. Aber das gehört dazu.“ Christina Winterfeldt bleibt gespannt und ist froh, dass sie nicht lange nach ebenso motivierten neuen Lehrerkolleginnen suchen muss. Das Team fürs kommende Schuljahr ist schon komplett.
Autor:Online-Redaktion |
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