Richtfest
Räume kann man nicht in Luftschlössern errichten

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Ein wichtiger Meilenstein beim Umbau des Fachkrankenhauses für Psychiatrie der Evangelischen Stiftung Neinstedt ist erreicht.  Mit dem Richtfest wird ein wichtiger Abschnitt des Bauvorhabens gewürdigt und zugleich der Blick auf die nächsten Schritte gerichtet.

Der Kaufmännische Vorstand der Stiftung, Stephan Zwick, durfte als Bauherr den letzten Nagel in den Balken einschlagen. In seinen Worten dankte er den beteiligten Firmen für die sehr gute Planung und Umsetzung der Baumaßnahmen. „Dass wir heute Richtfest feiern können, zeigt, dass nach Monaten intensiver Planung und Bauarbeit nun sichtbar etwas Neues entsteht. Damit schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Menschen auch künftig unter guten und zeitgemäßen Bedingungen psychiatrisch behandelt werden können.“
Er berichtete zudem über die lange Geschichte des Fachkrankenhauses. „Es wurde 1911 als Krankenhaus für die damaligen Neinstedter Anstalten gegründet. In den 1970er-Jahren wurde es zum Fachkrankenhaus für Psychiatrie. Heute deckt es eine Bandbreite ab, die ihresgleichen sucht. So ist die qualifizierte Entgiftung von illegalen Drogen ein Hauptschwerpunkt, bis hin zur allgemeinpsychiatrischen Behandlung. Trotz zahlreicher baulicher Verbesserungen in den vergangenen Jahrzehnten entspricht das Gebäude heute nicht mehr den aktuellen Anforderungen an eine moderne und zugleich pandemieresiliente Krankenhausversorgung. Dank bewilligter Fördermittel aus dem Corona-Sondervermögen können der Umbau der Patientenzimmer und die Erweiterung durch den Neubau nun entsprechend umgesetzt werden“, so Stephan Zwick.
Dr. Alfred John, Leiter des Bereichs Gesundheit der Stiftung,  erläuterte: „Menschen, die Hilfe bei seelischen Schwierigkeiten suchen, brauchen Zeit für Klärungen, Begegnungen und Veränderungen. Sie brauchen aber auch Raum – Schutzräume, Freiräume und Räume für Begegnung. Diese Räume kann man nicht in Luftschlössern errichten. Sie müssen vielen Anforderungen genügen, die wir für unsere Lebens- und Arbeitsräume als selbstverständlich nehmen. Ich möchte allen danken, die uns diesen Weg ermöglicht und uns bisher unterstützt haben. An erster Stelle dem Land als Fördermittelgeber. Es hat uns die Chance gegeben, eine mögliche nächste Pandemie sicherer und funktionsfähiger zu bewältigen.“
Nach dem Segen für das zukünftige Baugeschehen und den Betrieb des neu gestalteten Fachkrankenhauses, gesprochen durch den Pädagogisch-Diakonischen Vorstand der Stiftung, Ronny Rösler, konnten sich die Gäste bei einem Rundgang um das Krankenhaus einen Einblick in die Bautätigkeit verschaffen.
Das Evangelische Fachkrankenhaus für Psychiatrie trägt heute den Eigennamen „Hildegard von Bingen“ und versorgt mit 40 stationären Plätzen psychisch erkrankte und suchtkranke Patientinnen und Patienten aus einem überregionalen Einzugsbereich. Zurzeit findet die Versorgung am Ausweichstandort in Ballenstedt statt. Für April 2027 ist der Einzug in die neuen Räumlichkeiten in Neinstedt geplant.
Das Fachkrankenhaus für Psychiatrie der Evangelischen Stiftung Neinstedt wird für ca. 7,7 Millionen Euro umfassend modernisiert und durch einen Neubau ergänzt. Das Krankenhaus blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits 1911 wurde es als Krankenhaus der damaligen Neinstedter Anstalten eröffnet. Trotz zahlreicher baulicher Verbesserungen in den vergangenen Jahrzehnten entspricht das Gebäude heute nicht mehr den aktuellen Anforderungen an eine moderne und zugleich pandemieresiliente Krankenhausversorgung.
Dank bewilligter Fördermittel aus dem Corona-Sondervermögen in Höhe von 5,5 Millionen Euro kann der Umbau der Patientenzimmer nun entsprechend angepasst werden. Künftig wird auf Drei- und Vierbettzimmer verzichtet. Stattdessen entstehen Ein- und Zweibettzimmer mit eigenen oder gemeinschaftlich genutzten Bädern, sogenannten Zwillingsbädern.
Die neue Raumstruktur ermöglicht es, auch im Fall einer Pandemie die Zimmer vollständig zu belegen und gleichzeitig notwendige Schutzmaßnahmen umzusetzen. Gerade für psychisch erkrankte Menschen sind Sicherheit, Rückzugsmöglichkeiten und eine intensive therapeutische Betreuung von besonderer Bedeutung.
Parallel zum Neubau wird die Planung für den Neubau der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) konkretisiert. Dieser Neubau findet seinen Platz im Obergeschoss des neuen Flügels des Fachkrankenhauses. Hierfür hat die Evangelische Stiftung Neinstedt im August 2025 einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 1,3 Millionen Euro für die Verbesserung der Versorgungsstruktur in der Psychiatrischen Institutsambulanz im Pandemiefall vom Land Sachsen-Anhalt erhalten.

Autor:

Uwe Kraus

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