Kirchenkreis Halle-Saalkreis
Ein "mobileum" erzählt Geschichte(n)

In der Kirche Gütz wird Ortsgeschichte im Koffer und auf dem Bildschirm präsentiert. | Foto: Claudia Crodel
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  • In der Kirche Gütz wird Ortsgeschichte im Koffer und auf dem Bildschirm präsentiert.
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Braucht Landsberg ein Museum? Zu diesem Thema hatten der Förderverein Gützer Kirche und der Heimatverein „civitas landsberge“ im Frühjahr 2024 eine Podiumsdiskussion veranstaltet.

Claudia Crodel

Hintergrund war, dass das auf den Lehrer und Heimatforscher Bernhard Brühl zurückgehende Landsberger Heimatmuseum 2019 dem Hort der Grundschule weichen musste. Die in die Jahre gekommene Ausstellung bedurfte dringend einer Neuausrichtung. Dafür fehlte bislang das Geld und der richtige Ort für den Neuanfang.

Doch wie kann man Zeugnisse der Geschichte kleiner Orte bewahren? Wie sie anderen zugänglich machen? In der Podiumsdiskussion war man sich einig, dass ein Museum eine gute Sache wäre. „Ich habe mit Harald Schwarz vom Förderverein der Kirche damals ganz hinten unter der Empore gestanden und zugehört. Da kam mir sofort eine Idee“, blickt Annett Rose vom Heimatverein zurück: „Wir könnten selbst anpacken, geschichtliche Dinge aus den einzelnen Ortschaften zusammentragen und ein mobiles Museum zusammenstellen.“

Annett Rose hat nicht nur Ideen, sondern setzt diese dann auch mit Gleichgesinnten um. Nun ist der Anfang geschafft: Für den Ortsteil Schwerz mit seinen Dörfern Schwerz, Dammendorf und Kneipe entstanden ein Museumskoffer und ein digitaler Museumsteil. Im Koffer befinden sich eine Ortschronik, historische Postkarten, Sportpokale und viele andere Dinge. Sogar eine Hochzeitsbibel ist dabei, die einst einem Paar gehörte, das sich am 8. Mai 1886 das Ja-Wort in der Dammendorfer Kirche gab. Auf einem großen Bildschirm kann man digital etliches über Schwerz, Dammendorf und Kneipe erfahren. „Unser Ziel ist, für jeden der elf Landsberger Orte analoge Gegenstände und digitale Informationen über einen Bildschirm zusammenzustellen“, so Annett Rose. So entstehe eine Art Museum von den Bürgern für die Bürger, das auch jederzeit erweitert werden kann.

„Wir haben unserem Museum den Namen ,mobileum’ gegeben, denn es soll ein mobiles Museum sein, von dem man sich Teile auch ausleihen kann bei einem besonderen Fest oder einem Jubiläum beispielsweise“, erklärt Harald Schwarz. Eine dauerhafte Heimat für das mobile Museum hat man auch bereits gefunden: Die Gützer Kirche, die zu DDR-Zeiten ungenutzt war und verwahrloste, wurde nach der Wende zur Kulturkirche an der Straße der Romanik und am Lutherweg ausgebaut. Besonders stolz ist man über die 2013 installierten Buntglasfenster des bekannten Künstlers Markus Lüpertz. Dort wird zu Konzerten, Vorträgen, Diskussionsrunden und auch Gottesdiensten oder Festen (wie dem Fest am Lutherweg) geladen. „Hier haben wir Platz. Uns ist es wichtig, die sanierte Kirche der Öffentlichkeit zu öffnen und auch Menschen anzusprechen, die sonst nicht hierher kommen“, sagt Schwarz.

Da das „mobileum“ auf großes Interesse stößt, viele Anwohner immer wieder Fragen und Ideen dazu haben, wollen der Kirchenförderverein und der Heimatverein alle Interessierten am Sonntag, 16. Februar, um 15 Uhr zu einer Veranstaltung in die Gützer Kirche einladen. Es ist zugleich eine Benefizveranstaltung, denn für die Umsetzung, beispielsweise die Anschaffung weiterer Bildschirme, benötigt man weitere Spenden. Neben Informationen zum „mobileum“, sorgen ehemalige Sänger des Stadtsingechors zu Halle für musikalische Unterhaltung, und der Pizza-Bäcker aus Dammendorf, der wie andere Firmen das Projekt unterstützt, reicht Pizzabrötchen.

In der Kirche Gütz wird Ortsgeschichte im Koffer und auf dem Bildschirm präsentiert. | Foto: Claudia Crodel
Harald Schwarz und Annett Rose vom Heimatverein "civitas landsberge" mit dem "mobileum". | Foto: Claudia Crodel
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Claudia Crodel

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