St. Trinitatis
Buntes Licht für Beutnitz
- Farbspiel: Die drei Altarfenster sind vermutlich eines der ältesten Körner-Werke.
- Foto: Foto: Claudia Persch
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Sie ist das wahrscheinlich älteste Gebäude im Gleistal, dem malerischen Landstrich zwischen Jena und Bürgel: die Kirche St. Trinitatis. Bald nun ist die Beutnitzer Dorfkirche um eine Besonderheit reicher. Mit einer festlichen Andacht am 17. Mai, 17 Uhr, sollen die neuen Glasfenster im Altarraum des Gotteshauses eingeweiht werden.
Von Beatrix Heinrichs
Entstanden sind sie nach Entwürfen von Fritz Körner (1888–1955). Die Werke des Glaskünstlers schmücken zahlreiche Dorfkirchen im Jenaer Umland und in Ostthüringen. Am bekanntesten sind die Arbeiten, die Körner nach Kriegsende schuf: 1947 entstanden die Chorfenster der Jenaer Friedenskirche und 1955 die der Stadtkirche St. Michael.
Claudia Persch, Vorsitzende des Kirchbauvereins Golmsdorf-Beutnitz, hat sich seit vielen Jahren dem künstlerischen Erbe Körners verschrieben. "Lange und intensiv habe ich mich mit seinem Nachlass beschäftigt", erzählt sie, und manches Detail klingt, als sei es Teil einer Detektivgeschichte. Dass auch die Beutnitzer Kirche einmal Körner-Fenster gehabt haben müsse, diese Erkenntnis sei ein Zufallsfund gewesen.
Auf einer Werkliste im Nachlass habe sie einen entsprechenden Vermerk entdeckt, berichtet Persch. "Dort sind drei Altarfenster für St. Trinitatis erwähnt. Eine Auftragsbestätigung oder eine Rechnung, die das belegt, war allerdings nicht zu finden." Also habe sie sich auf die Suche begeben und die Entwürfe im Nachlass durchgesehen. Alte Fotografien aus dem Kirchenarchiv lieferten zudem Hinweise. "Wir stellten wir fest, dass einer der Entwürfe eindeutig den Fenstern in Beutnitz zugeordnet werden konnte."
Wann die originalen Fenster eingebaut und aus welchem Grund sie ersetzt worden sind, ließe sich nicht mehr belegen, sagt Persch. Rückschlüsse könne sie aber ziehen. "Wahrscheinlich waren die Körner-Fenster beschädigt und mussten ausgetauscht werden." Aus pragmatischen Gründen habe man sich zu DDR-Zeiten dann wohl für einfache Glasfenster entschieden. St. Trinitatis war seinerzeit stark baufällig und wurde erst nach 1990 mit viel Engagement und Eigenleistungen saniert. Die Beutnitzer Buntglasfenster könnten aufgrund ihrer Gestaltung zu den ersten Auftragswerken Körners gehören, meint Persch. "Ich vermute, sie sind Ende der 1920er-Jahre entstanden."
Aus der besonderen Entdeckung sei bald die Idee entstanden, die Fenster wieder herzurichten. Die Umsetzung übernahm die Firma Ernst Kraus. Die Weimarer Glaswerkstatt hatte schon in den 1950er-Jahren die Körner-Fenster der Stadtkirche gefertigt. Finanziert wurde das Projekt über Mittel der Jenaer Kirchenstiftung St. Michael, der Fritz-Körner-Stiftung, des Kirchbauvereins Golmsdorf-Beuntitz sowie durch private Spenden.
Autor:Beatrix Heinrichs |
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