Wort zur Woche
Zum Wegebau gehören auch die, die nur rumstehen

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Wort zur Woche Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.
Jesaja 40, Vers 3.10

Von Propst Johann Schneider, Sprengel Halle-Wittenberg

Ich denke an Geschichten meiner Mutter vom Bau der Schächte für eine Erdgasleitung von Eibesdorf nach Meschen, in stalinistischer Zeit. Es war eine sehr anstrengende Arbeit als Subbotnik, zu der alle Frauen verpflichtet waren. Meine Mutter war damals kaum erwachsen. Sie mussten im Winter Schächte in dem gefrorenen Sumpfboden mit Pickeln und Hacken ausheben. Sie erzählte, dass sie dabei christliche Lieder sangen, obwohl Religion bei dem Einsatz natürlich nicht eingeplant war.
Im Rückblick war es harte Arbeit, aber die gemeinsame Erfahrung der Frauen hatte trotzdem etwas Beglückendes und das Singen außerhalb der Kirche sogar etwas Befreiendes. Geärgert hat sie nur, dass schließlich alle einen Anschluss erhielten – auch die, die nicht mitgearbeitet hatten.
Wenn das Projekt, dem Herrn die Ankunft zu bereiten, nicht so schnell vollendet wird – Hat das damit zu tun, dass es nicht darum geht, diesen Weg möglichst zügig und glanzvoll abzuschließen? Unser Herr kommt auch ohne unsere Mitarbeit in diese Welt! Aber gewaltig anders, als wir es erwarten! Und er will, dass möglichst viele mitarbeiten können. Ein paar Feldsteine aus dem Weg räumen kann jeder oder ein Brett festhalten. Ein paar Handgriffe hier und natürlich auch ein paar flotte Sprüche da. Zum Wegebau gehören immer auch die, die rumstehen und sich nur mit dem Mund beteiligen und eh immer besser wissen, wie’s gehen würde! Aber wenn schwere Balken zu tragen sind, werden auch sie gebraucht. Wenn es oft nicht so durchgeplant vorwärtsgeht, haben umso mehr Leute die Möglichkeit mitzumachen. Dass schließlich dann auch jene angeschlossen wurden, obwohl sie nichts dafür getan haben – das gehört unter Gottes Himmel auch dazu. Aber das Erlebnis mit- und füreinander etwas erreicht zu haben und dabei zu erleben, dass Gott selbst mit am Werk ist, obwohl der Weg für ihn noch eine Baustelle ist, dieses Erlebnis haben nur die, die auch dabei waren und mitgearbeitet haben. Darum lasst uns ansagen den lieben Advent und dem Herrn den Weg bereiten!

Propst Johann Schneider, Sprengel Halle-Wittenberg
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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