Predigt
Traum vom neuen Morgen
- hochgeladen von Mirjam Petermann
Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Epheser 4, Verse 23,24 und 32
Ich spüre, wie ich wie der Verfasser des Epheserbriefes träumen möchte von einer neuen Welt. Er beschreibt das „neue Sein“ im Glauben an Jesus Christus.
Von Alfred Spekker
Und dieses neue Sein dürfen Christen anziehen wie ein neues Kleidungsstück. Christsein ist mehr als innere Erneuerung, es will nach außen, ins alltägliche Leben. Und dann der Schlusssatz dieses Kapitels und des Predigttextes: Freundlichkeit, Herzlichkeit und Vergebung.
Ich erinnere mich an die Ermahnungen meiner Mutter, auf der Straße immer freundlich zu grüßen. Und ich tat es, obwohl ich immer schüchtern war und sehr in mich gekehrt. Diese Ermahnung habe ich verinnerlicht und halte mich bis heute daran. Ich ärgere mich auch, wenn andere sich nicht daran halten, wenn Menschen achtlos aneinander vorbeigehen.
Dabei beginnt der Traum vom neuen Sein nicht mit einer Revolution, sondern mit Tun im Alltag: Freundlichkeit – ich halte dir die Tür auf; Herzlichkeit – ich tue, was von Herzen kommt; Vergebung – ich kann auch wieder gut sein. Alte Tugenden? Alte Hüte? Vielleicht, aber vielleicht sind es gerade diese Tugenden, die in unserer Gesellschaft verkümmern. Größtmöglicher Kompromiss scheint gerade das gemeinsame Jammern und Klagen zu sein. Es ist Zeit, dass sich was dreht. Ich träume von diesem neuen Sein. Ich träume davon, dass unsere Gesellschaft wieder einiger, freundlicher, herzlicher und von Vergebungswillen geprägt wird. Auch dann, wenn ein Anderer nur müde darüber lächelt und den Kopf schüttelt. Zum Christsein gehört der Mut zum Neubeginn. Ich möchte das nicht vergessen, bevor es irgendwann zu spät ist.
Der Autor ist Pfarrer in Frankenheim.
Autor:Online-Redaktion |

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