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Nicht ganz so gerecht?
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Von Ariane B. Schneider
Die Bibel in gerechter Sprache (BigS) trägt die Signatur des Aufbruchs. Theologisch schließt sie an die machtkritische Theologie der Befreiung an und an einen Feminismus, der seine Dynamik aus der vereinfachenden Gegenüberstellung von weiblich und männlich gewinnt. Damit kommt die formende Kraft von Geschlecht, Ethnie, Kultur und Klasse in den biblischen Texten in den Blick und ihre je eigene Wirkung durch die biblischen Texte. Der kritische Umgang mit diesen Unterschieden verdichtet sich in dem Etikett „gerecht“, was alle anderen Übersetzungen nicht ganz so gerecht aussehen lässt.
Der Verdienst dieser fundierten Arbeit liegt zweifelsohne darin, verdeckte Aspekte in den Texten aufzudecken und scheinbar Selbstverständliches auf neue Weise wahrnehmbar zu machen. Jedenfalls aus der Perspektive einer westeuropäischen Boomergeneration; denn beteiligt waren vor allem Theologinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber zum Beispiel weder ostkirchliche noch auch jüdische Theologinnen. Die "BigS" regt nach wie vor zum Vergleich mit anderen Übersetzungen an und überträgt zugleich den unhinterfragten Geltungsanspruch eines westeuropäischen Gerechtigkeitsverständnisses auf die biblischen Texte.
Die Autorin lehrt als Privatdozentin Theologie an der Universität Halle-Wittenberg und forscht am Institut für Christliches Empowerment in der Säkularität (CES) in Halle.
Autor:Online-Redaktion |

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