Sender an Empfänger: Was beim Gegenüber ankommt

Vikarin Christin Bärwald, Apolda

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.
Johannes 12, Vers 24

Wie oft reden wir mit Menschen und haben doch das Gefühl, dass das, was wir sagen, bei ihnen nicht ankommt? Ich spreche meine Gedanken aus und schon verflüchtigen sich die Worte. Von einem Lufthauch mitgenommen. Ich schaue ihnen hinterher, mit der Hoffnung, dass sie ihren Adressaten erreichen.
Das Christentum ist eine Erzählreligion. Seit Generationen von Menschen erzählen wir einander von Gott, von Wundern, Gleichnissen und prophetischen Reden: von den eigenen Glaubenserfahrungen.
Die Kraft dieses Erzählens hält den Glauben lebendig. Und so habe auch ich die Hoffnung, dass das, was ich in der Gemeinde, der Schule oder im Krankenhaus erzähle, Gehör findet. Manchmal überkommen mich Zweifel. Ich habe es nicht in der Hand, was beim Gegenüber auf Resonanz stößt. Es lehrt mich, nicht nur auf mich zu vertrauen, sondern meine Hoffnung auf Gott zu setzen. Das entlastet. Gott ist mit mir unterwegs. Er handelt mit und durch uns. Meist jedoch vor uns verborgen. Er lässt das Weizenkorn wieder neu aus der Erde hervorsprießen, nicht ich.
Und dennoch bin ich bei dem ganzen Vorgang mit beteiligt. Es liegt an mir, von Gott und meinem Glauben zu erzählen. Setze ich die Worte nicht der Gefahr aus, im schlimmsten Fall unerhört zu verhallen, dann haben sie definitiv keine Chance, bei meinem Gegenüber Anklang zu finden.
Diese Spannung auszuhalten, ist für mich vor allem in Situationen, die mir am Herzen liegen, in denen ich etwas bewegen und meinem Gegenüber Nächste sein will, das Schwerste: nicht zu wissen, was geschieht, und dennoch zu hoffen, dass etwas Neues entsteht und sich zeigt. Manchmal sogar dort, wo ich es am wenigsten erwartet hätte. Unsere Worte, Gedanken und Erzählungen sind wie ein Weizenkorn, das wir säen. Ob es aufgeht, liegt nicht bei uns. Gott lässt das Weizenkorn neu aus der Erde hervorsprießen und nicht wir. Er sorgt dafür, dass es viel Frucht bringt. Darauf dürfen wir vertrauen.

Vikarin Christin Bärwald, Apolda

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