In unserem Stall

Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.
Johannes 10, Vers 16

Es ist Februar 2015. Ein Wohnheim für geflüchtete Menschen entsteht in unserer Nachbarschaft. In der Stadtteilrunde überlegen wir, wie wir diese Menschen unterstützen können. In die Kirche laden wir alle ein, die sich engagieren wollen. 100 Leute kommen und bieten ihre Hilfe an. Viele haben bisher noch nie einen Schritt über eine Kirchenschwelle gewagt. In kürzester Zeit organisieren wir wirksame Hilfe. Regelmäßig planen, arbeiten und feiern wir in der Kirche mit all ihren Räumen und dem Garten.
Ein junger Mann spricht mich an: »Ich bin zwar getauft und konfirmiert, ich habe dann aber den Kontakt zur Kirche verloren. Ich bin so froh, dass ich über dieses Engagement wieder eine Beziehung zur Kirche bekommen habe. Eine Kirche zu erleben, die sich gemeinsam mit anderen für Menschen in Not engagiert und Räume bietet, das hat mich der Kirche wieder nähergebracht.«
Eine junge Frau sagt: »Noch nie war ich vorher in einer Kirche. Nun bin ich ständig hier. Wie gut, dass wir uns in der Kirche gemeinsam für Menschen in Not engagieren können.« Bei einem Fest spricht mich ein syrischer junger Mann an: »Danke, dass die Kirche uns einlädt. Können wir jetzt jede Woche zu Ihnen kommen?«
Dankbar schaue ich auf all diese Erfahrungen zurück. Die Kirche wurde zu einem offenen Raum für Menschen, die auf der Suche sind: nach Begegnungen, nach Schutz, nach bürgerschaftlichem Engagement, nach Gotteserfahrungen, nach dem »guten Hirten«, wie es die Bibel beschreibt.
Mit anderen möchte ich mich gemeinsam für eine Kirche einsetzen, in der auch Menschen Platz finden, die nicht alle aus dem »einen Stall« sind. Eine Kirche, die ihre Räume und Gärten öffnet, um Menschen zu einem gemeinsamen Engagement und zu stärkenden Begegnungen einzuladen. Eine Kirche, die mit niedrigen Schwellen viele Menschen einlädt, Jesus Christus zu begegnen und die Stimme des guten Hirten zu hören. Vielleicht fühlen sie sich einmal so wohl in »unserem Stall«, dass sie richtig dazu gehören wollen. Aber darum können wir Gott nur bitten. Es liegt nicht in unserer Hand. Gisela Merkel-Manzer

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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