Wort zur Woche
Der große Unterschied: Sünderlein und Sünder

Dietlind Steinhöfel

Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
Römer 5, Vers 8

Wir können doch nicht die ganze Welt retten! – Die anderen achten ja viel weniger auf die Umwelt und fahren viel schneller mit ihren Autos als wir …
Mit dem Blick auf die Verfehlungen unserer Mitmenschen können wir uns bequem zurücklehnen. Haben wir nicht von Martin Luther erfahren, dass wir nichts tun müssen, um Gottes Gnade zu bekommen? Lohn ohne Leistung. Liebe ohne Wenn und Aber.
Das ist richtig. Trotzdem verstehen wir Gottes Gnade falsch, wenn wir ichbezogen argumentieren und handeln. Selbstrechtfertigung missachtet Gottes Heilshandeln. Denn unsere Sünde besteht nicht darin, dass wir Ideale nicht erreichen. Wir nehmen Gottes Gnade nicht wahr. »Christus ist für uns gestorben« – wir hören es, wir sagen es, aber wir vertrauen dem nicht wirklich. Wir vertrauen uns selbst und verfallen in Erklärungsnot, weil wir alles richtig machen wollen.
»Wir sind alle kleine Sünderlein«, sang einst Willy Millowitsch und schlussfolgerte: »Der Herrgott wird es uns bestimmt verzeihn.« Ja, so hätten wir’s gern.
Aber Paulus redet nicht von »Sünderlein«, er spricht von Sündern. Das ist ein großer Unterschied. Und es geht nicht um wohlfeilen Schuldenerlass. Es geht vielmehr um die große Liebe Gottes, die Christus für uns sterben lässt. Nichts anderes sollen wir wahrnehmen und zum Maßstab für unser Leben werden lassen. Weder ein leichtfertiges Hoffen auf Vergebung, noch Fatalismus sind da angebracht.
Denn es geht nicht um unser Lebensgefühl. Es geht vielmehr um unsere Beziehung zu Gott. Er will nicht, dass wir verloren sind, ganz gleich, wohin uns das Leben treibt. Er will, dass wir auf ihn vertrauen und ihm nahe sind. Deshalb ist Christus gestorben und auferstanden. Gott hat seinen Bund mit uns geschlossen für alle Ewigkeit. Wir müssen uns nur daran erinnern in unserem täglichen Leben. Dann nehmen wir uns selbst nicht mehr so wichtig, sondern richten unseren Blick auf jene, die unsere Hilfe brauchen. Nicht höher, schneller, weiter – sondern ruhiger, freundlicher und zugewandter.

Dietlind Steinhöfel, Prädikantin aus Weimar

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