Warum sie Christen sind: Evangelische, katholische und orthodoxe Christen geben Auskunft
Anregend, aber nicht repräsentativ

Predrag Bukovec/Christoph Tröbinger (Hg.): Warum ich Christ bin. 26 Antworten von Persönlichkeiten der Gegenwart, Patmos Verlag, 360 S., ISBN 978-3-8436-1126-8, 24 EUR
  • Predrag Bukovec/Christoph Tröbinger (Hg.): Warum ich Christ bin. 26 Antworten von Persönlichkeiten der Gegenwart, Patmos Verlag, 360 S., ISBN 978-3-8436-1126-8, 24 EUR
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Von Matthias Caffier

Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.« Dieses Petrus-Wort (1. Petrus 3,15) dient den beiden Wiener Herausgebern des Buches »Warum ich Christ bin« als Motto für die darin enthaltenen 26 Beiträge evangelischer, katholischer und orthodoxer Christen. Auch Walter Jens (1923 bis 2013) gilt ihnen als Kronzeuge; bereits 1979 veröffentlichte der ein Buch unter dem gleichnamigen Titel. Dafür hatte er damals vorwiegend Theologen und Theologinnen verschiedener Konfessionen befragt. Daran wollen die Herausgeber anknüpfen, auch deshalb, »um eine historische Veränderung herauszustreichen«, der ihrer Ansicht nach das Christsein der Gegenwart unterliegt. So wie Walter Jens haben sie dafür Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens um Auskunft über den Grund ihres Christseins gebeten. Zu Wort kommen dabei vorrangig Berufstheologen und – theologinnen, zumeist aus dem süddeutschen Raum und aus Österreich. Als Kriterien ihrer Auswahl nennt das Duo Predrag Bukovec/Christoph Tröbinger u. a.: »Alter, Geschlecht, Beruf(ung), Konfession«.
Auffällig und gemeinsam ist vielen der Frauen und Männer, die sich hier äußern, dass sie fast alle im christlichen Glauben erzogen wurden, in gewisser Weise also ein »Traditionschristentum« fortsetzen. So reflektiert eine Autorin einfühlsam den kindlichen Glauben, den sie als Fundament ihrer Gottesbeziehung beschreibt. Andere wiederum betonen Liturgie und Kirchenmusik, Sterblichkeit, Dichtung und Literatur –
besonders die Romane Dostojewskis – als signifikante Größen ihres Glaubens. Und für Bischof Gerhard Feige ist Christsein »nicht nur eine Weltanschauung, sondern auch und vor allem eine Lebensweise, Kirche kein Verein (…), sondern eine [berufene] Bewegung und Gemeinschaft«.
Welche Aspekte auch immer herausgestellt werden, allen Autoren ist der Glaube der Christen als etwas Gelebtes, Lebendiges und Gewachsenes gemeinsam, aber auch ein Geheimnis. Alle Antworten lesen sich interessant. Die getroffene Auswahl jedoch halte ich für problematisch; Christen aus den neuen Bundesländern kommen nur durch Bischof Feige aus Magdeburg zu Wort. So werden die Autoren ihrem selbst gestellten Anspruch, repräsentativ für den gesamten deutschsprachigen Raum« zu sein, nicht gerecht. Aber Impulse, sich Klarheit über sein eigenes Christsein zu verschaffen, gibt ihr Buch durchaus.

Predrag Bukovec/Christoph Tröbinger (Hg.): Warum ich Christ bin. 26 Antworten von Persönlichkeiten der Gegenwart, Patmos Verlag, 360 S., ISBN 978-3-8436-1126-8, 24 EUR

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Online-Redaktion aus Weimar

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